Bei der Wasserversorgung „ticken die Uhren“ in der Waldviertler Bezirksstadt Horn (NÖ) jetzt anders: Eine „Personal-Dürre“ und Zusatzbelastungen ließen Versäumnisse jahrelang nicht auffallen. Nun ist man zu einem Kraftakt in Höhe von 53.000 Euro gezwungen, den das Bundeseichamt aufzeigte.
Gerade in der Dürrezeit geht ein Raunen durch die Stadt Horn. Denn anscheinend wurde jahrelang von der Stadtgemeinde verabsäumt, Wasserzähler zu tauschen. Wie jeder Wasserverband oder jede Gemeinde muss Horn alle fünf Jahre die Zähler erneuern oder neu eichen. Wie sich jetzt herausstellte, wurde dies aber in den letzten Jahren schwer vernachlässigt.
Das ergab jetzt eine Überprüfung durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, die den Gemeinderat unter drohender Strafe zum Handeln zwang: Eine Firma wurde mit dem Tausch der stiefmütterlich behandelten Wasserzähler beauftragt, bis zum Jahresende 1000 Zähler zu erneuern. Kosten: 53.000 Euro – ohne Wasserzähler.
Stadtgemeinde dementiert Zahlen nicht
Kolportierte Zahlen, dass in der Stadtgemeinde Horn vor dem Bekanntwerden des Problems 1490 der rund 2200 Wasserzähler noch getauscht werden müssen, dementiert das Stadtamt auf „Krone“-Anfrage nicht. Aber man relativiert: „Während der Einschränkungen der Corona-Pandemie konnten insbesondere 2020 und 2021 nur wenige Wasserzähler getauscht werden. Der Tauschrückstand beträgt derzeit 712 Geräte. Für 2026 sind zusätzlich 381 Wasserzähler zu wechseln“, so Stadtamtsdirektor-Stellvertreterin Petra Zach.
Zudem hätte es seit 2023 ein Problem bei der Nachbesetzung eines pensionierten Mitarbeiters gegeben, das erst jetzt gelöst worden sei. Verstärkt wäre das Wasserwerk in den letzten Jahren auch mit der Behebung sehr vieler Rohrbrüche konfrontiert gewesen. Der große Rückstand sei dann erst durch die Routine-Überprüfung des Eichamts festgestellt worden.
Bürger ärgern Mehrkosten
In Teilen der Bevölkerung rumort es: Hätte man nicht früher handeln können? Warum hat man jahrelang übersehen, dass fast keine Zähler getauscht wurden? Dazu gesellt sich Unmut über die Mehrkosten. Denn eigentlich wäre der Tausch aus dem laufenden Budget zu finanzieren. Wäre – denn in der letzten Sitzung musste der Gemeinderat die zusätzlichen in Höhe von 53.000 Euro genehmigen.
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