Nicht nur Frauen, auch Männer sollen in das Beuteschema jenes Grazer Internisten gefallen sein, der nun in der Schweiz in U-Haft sitzt. Ein Betroffener berichtet der „Krone“ von einer schmerzhaften Untersuchung, einer lasziven Gehilfin und einem furchtbaren Verdacht.
Jahrelang soll ein Grazer Internist seine Patientinnen missbraucht und heimlich gefilmt haben – die „Krone“ deckte den unfassbaren Fall auf. Jetzt sitzt der Mediziner, der auch in Zürich eine Ordination führte, in U-Haft in der Schweiz.
War man vorerst davon ausgegangen, dass nur weibliche Patienten in sein Beuteschema fielen, hat sich auch dieses Blatt nun gewendet. Denn: „Er hat dasselbe 2023 mit mir gemacht. Ich bin wütend und fühle mich vergewaltigt“, berichtet ein Schweizer der „Krone“.
Weil Mathias P. (Name geändert) Beschwerden hatte, suchte er sich den Arzt aus dem Telefonbuch heraus – die Ordination lag auf dem Weg. Schon der Wartebereich erschien ihm eigenartig: „Da lag ein Kunstbuch, das Menschen beim Geschlechtsakt zeigte, das war unpassend.“
Der Gynäkologen-Stuhl sah aus, als hätte er ihn beim Flohmarkt gekauft. Ich musste mich draufsetzen und meine Hose bis zu den Knien runterziehen.
Mathias P.
„Ich wurde nicht gefragt, ob ich sediert werden will“
Untersucht wurde auch er auf einem Gynäkologen-Stuhl. „Der sah aus, als hätte er ihn beim Flohmarkt gekauft. Ich musste mich draufsetzen und meine Hose bis zu den Knien runterziehen. Es wirkte, als würde sie ihm als Sichtschutz dienen, da ich die Beine spreizen musste. Ich wurde auch nicht gefragt, ob ich sediert werden will. Mein Geschlechtsteil musste ich mit bloßen Händen halten“, schildert der Mann das Horror-Erlebnis. Ob er meint, gefilmt worden zu sein? „Ja, das glaube ich.“
Zudem entpuppte sich die vermeintliche Untersuchung als furchtbar schmerzhaft. Er solle sich nicht so anstellen, schnauzte der Mediziner ihn an. Nicht weniger skurril: „Er hatte eine lasziv wirkende Gehilfin. Die Frau hatte knallrote Lippen, einen tiefen Ausschnitt, aus dem ein ebenso roter BH hervorblitzte, und rote Stöckelschuhe. Sie streichelte mir immer wieder über die Schulter.“
„Möchte anderen Opfern Mut machen“
Drei Tage lang litt P. unter Schmerzen, zur Kontrolle ging er zu einem anderen Internisten. Der konnte seine Schilderungen kaum fassen. Mathias P. wird sich mithilfe seines Anwalts als Opfer anschließen. Und möchte Mut machen: „Ich wurde gequält und missbraucht. Ich habe ihm vertraut. Nun möchte ich anderen Opfern Mut machen: Geht zur Polizei!“
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