16.01.2007 18:53 |

Brisante Dokumente

Online-Plattform für geheime Dokumente

Wem hierzulande hochbrisante Dokumente aus Regierungskreisen in die Hände fallen, der wendet sich im Normalfall an die Presse. In Regimen fernab von Demokratie und Pressefreiheit schaut es da schon anders aus. Ohne Angst vor staatlichen Repressionen sollen Dissidenten daher künftig auf der Online-Plattform „Wikileaks“ ihre Geheimnisse verbreiten können.

Die Dokumente sind so brisant, dass sie einfach veröffentlich werden müssen. Doch an wen wendet man sich als Bürger eines totalitären Staates? „Wikileaks“ (siehe Infobox) heißt die Antwort, die Dissidenten künftig als Plattform zur Veröffentlichung geheimer Dokumente dienen soll.

Das Geheimnis von „Wikileaks“, denn schließlich könnten vertrauliche Dokumente auf jeder beliebigen Webseite veröffentlicht werden, ist eine besonders starke Verschlüsselung, die es praktisch unmöglich machen soll, digitale Spuren zurückzuverfolgen. Ein Anonymisierungsprotokoll namens „The Onion Router“ leitet die Daten über viele Internet-Rechner weiter, so dass Cyberpolizisten den Dissidenten nicht ausfindig machen können.

Initiatoren des Projekts, welches im Frühjahr starten soll, sind Mathematiker und Technologen aus China, USA, Taiwan, Europa, Australien und Südafrika. Ihr Ziel: Geheime Dokumente einer weltweiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ähnlich der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia soll eine große Menge an Nutzern die Dokumente auf ihren Wahrheitsgehalt analysieren und interpretieren.

 

 

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