Mi, 17. Oktober 2018

Wahlbeeinflussung

03.10.2017 09:02

Facebook will politische Anzeigen strenger prüfen

Facebook will sich künftig stärker gegen politische Irreführung durch manipulative Werbeanzeigen wehren. Das Netzwerk kündigte am Montag die Einstellung von tausend neuen Mitarbeitern an, die Anzeigen auf mögliche Verstöße gegen die Geschäftsbedingungen prüfen sollen. Künftig müssten zudem jene Kunden, die Anzeigen in Zusammenhang mit Wahlen in den USA schalten wollen, die Unternehmen oder Organisationen offenlegen, für die sie tätig sind.

Facebook sprach von "aggressiven Schritten", mit denen die politische Transparenz erhöht werden soll. Vorangegangen waren Enthüllungen, denen zufolge in dem Netzwerk während des US-Präsidentschaftswahlkampfs mutmaßlich russisch finanzierte Werbeanzeigen geschaltet wurden, die den Wahlkampf manipulieren sollten. "Die Umsetzung wird niemals perfekt sein, aber wir werden uns verbessern, wenn es darum geht, unangemessene Anzeigen aufzuspüren und zu entfernen", erklärte Facebook-Vizepräsident Joel Kaplan zur Bekanntgabe der neuen Maßnahmen.

Zehn Millionen Nutzer sahen mutmaßlich russische Anzeigen
Kommunikationschef Elliot Schrage schrieb in einem Blog, dass etwa zehn Millionen Menschen die möglicherweise von russischen Drahtziehern geschalteten Anzeigen gesehen hatten. 44 Prozent der Anzeigen seien vor der Präsidentenwahl am 8. November 2016 gesehen worden, 56 Prozent erst danach. Es werde weiter ermittelt.

Kaplan gab bekannt, dass Facebook inzwischen wie angekündigt dem US-Kongress die auffällig gewordenen Werbeanzeigen zur weiteren Prüfung übergeben habe. Die Spuren reichten nach Russland und führten oftmals zu nicht authentischen Accounts, erklärte Kaplan. Viele dieser Anzeigen hätten offenbar das Ziel gehabt, "ethische und soziale Spannungen zu vergrößern".

Vorwurf der Wahlbeeinflussung
Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich im vergangenen Jahr in den US-Wahlkampf eingemischt zu haben, um dem Republikaner Donald Trump zum Sieg über seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen. Facebook hatte Anfang September erklärt, es habe bei einer internen Untersuchung 470 Konten ausgemacht, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 insgesamt fast 100.000 Dollar (rund 84.000 Euro) für Anzeigen ausgegeben hätten, mit denen unter anderem Falschinformationen verbreitet wurden.

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