Fr, 22. Juni 2018

"Anti-Trump"

28.09.2017 15:46

Nach beleidigtem Tweet: Zuckerberg pariert Trump

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach das Netzwerk immer gegen ihn gewesen sei. "Wir hoffen, allen Menschen eine Stimme zu geben." Das Netzwerk arbeite dafür, "freie und faire Wahlen" sicherzustellen und sei eine "Plattform für alle Ideen", schrieb Zuckerberg auf Facebook.

"Trump behauptet, Facebook ist gegen ihn, Liberale behaupten, wir hätten Trump geholfen. Beide Seiten regen sich über Ideen und Inhalte auf, die ihnen nicht gefallen." So sei das eben, wenn man eine Plattform für alle Ideen betreibe.

Der US-Präsident hatte am Mittwoch in einem Tweet geschrieben, Facebook sei immer "anti-Trump" und machte zudem Andeutungen, dass das Netzwerk sich gemeinsam mit Medien wie der "New York Times" oder der "Washington Post" gegen ihn verschworen habe.

Zuckerberg äußerte sich auch zu der Rolle von Facebook im US-Wahlkampf 2016 - und zeigte etwas Selbstkritik. Nach der Wahl habe er gesagt, "die Idee, dass Falschinformationen auf Facebook das Ergebnis der Wahl verändert hätten, sei verrückt." Diese Aussage sei herablassend gewesen und er bereue sie.

"Jedes Thema wurde diskutiert"
Dennoch: Die Fakten zeigten, dass die größte Rolle, die Facebook bei der Wahl gespielt habe, anders gewesen sei, als von den meisten behauptet. Mehr Menschen als je zuvor sei eine Stimme verliehen worden, "jedes Thema wurde diskutiert, nicht nur jene, die von den Medien aufgegriffen wurden". Die Kandidaten hätten direkt mit ihren Followern kommunizieren können und Facebook habe zwei Millionen Menschen motiviert, sich für die Wahl zu registrieren.

Indirekt äußerte sich Zuckerberg auch zu dem möglichen russischen Einfluss auf dem Wahlkampf. Anfang September hatte der Konzern bekannt gegeben, dass rund 470 gefälschte Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Werbeanzeigen geschaltet hätten. "Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden", erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100.000 Dollar geschaltet.

Nun versuchte Zuckerberg, diese Zahl einzuordnen: Insgesamt seien bei Kampagnen Hunderte Millionen ausgegeben worden, um online zu werben. "Das ist tausendmal mehr als jede problematische Werbeanzeige, die wir gefunden haben."

US-Kongress will Internetfirmen befragen
Zuckerberg erklärte sich bereit, den Ermittlern die entsprechenden Informationen zur Verfügung zu stellen. Der US-Kongress will nun die Internet-Firmen Google, Facebook und Twitter zum Vorwurf der Wahlmanipulation durch Russland anhören. Vertreter der drei Online-Giganten sollen am 1. November an einer Anhörung des Geheimdienstausschusses des Senats teilnehmen, wie ein Senatsmitarbeiter am Mittwoch in Washington mitteilte. Bereits zuvor könnten sie vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses aussagen.

Adam Schiff und Mike Conaway, die im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses die Ermittlungen zur möglichen russischen Einflussnahme leiten, sagten, sie hätten Vertreter von Google, Facebook und Twitter eingeladen. "Der Kongress und das amerikanische Volk müssen diese wichtigen Informationen direkt von den Firmen erfahren", sagten sie.

 krone.at
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