10.08.2017 14:17 |

Urteil in Australien

191.000-Dollar-Handyrechnung bleibt unbezahlt

Kim Beveridge kann aufatmen: Nach einem dreijährigen Rechtsstreit entschied der Supreme Court in Victoria nun, dass der Australier eine horrende Handyrechnung über 191.000 australische Dollar (rund 128.500 Euro) nicht zahlen muss.

Beveridge war 2014 beruflich vom australischen Melbourne nach Barcelona geflogen. Bei seinem Mobilfunkanbieter TeleChoice hatte er dafür eigens ein Roaming-Paket gekauft, das er noch auf seinem Weg zum Flughafen aktivierte. In Barcelona wurde dem Manager eines Softwareunternehmens dann jedoch das Handy gestohlen.

4484 Anrufe, Tausende SMS
Als er den Diebstahl am nächsten Morgen - bedingt durch die Zeitverschiebung rund 20 Stunden später - seinem australischen Anbieter meldete, war es schon zu spät: Binnen dieser 20 Stunden waren mit seinem Mobiltelefon insgesamt 4484 Anrufe im Ausmaß von 1161 Stunden getätigt und Tausende SMS verschickt worden.

Wie Beveridge gegenüber ABC Australien schildert, dürften der oder die Täter über seine SIM-Karte Rufweiterleitungen zu einer Nummer in Lettland eingerichtet haben. Die Folge: eine Rechnung in Höhe von exakt 191.456,59 australischen Dollar.

"Skrupellos"
Wenig überraschend, weigerte sich Beveridge, diese Summe zu zahlen. Doch TeleChoice beharrte darauf. Der Fall landete vor Gericht, wo die Höhe der Rechnung als "skrupellos" beanstandet wurde. TeleChoice senkte die Forderung daraufhin auf 34.000 Dollar, doch als das Gericht 2016 auch noch forderte, Beveridge sämtliche Prozesskosten zu erstatten, wandte sich das Unternehmen an den Obersten Gerichtshof Australiens.

Dort befand man nun, dass Beveridge nicht für die Gebühren verantwortlich zeichnete und diese demnach auch nicht zahlen muss. Für Beveridge geht damit ein "langer Kampf" zu Ende. Seine Familie und er haben aus dem Vorfall bereits ihre Konsequenzen gezogen: Sie telefonieren mittlerweile nur noch mittels Prepaid-Karte.

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