Di, 23. Oktober 2018

Bis zu 50 Grad!

19.07.2017 14:00

Kalifornien: Rekord-Hitze überrollt "Golden State"

Waldbrände, Dehydrierung, Wasserknappheit: Die vergangenen 30 Tage markierten den heißesten Sommerbeginn in Kalifornien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Doch wie leben die Menschen im Landesinneren bei 50 Grad Celsius? Ein "Krone"-Lokalaugenschein.

Selbst der mächtige Pazifik hat keine Chance mehr gegen diese Hitze: Bereits wenige Meilen von den Küsten Kaliforniens entfernt ist von der kühlenden Wirkung des Ozeans nichts mehr zu spüren. Bleiern legt sich die Wärme über das Land, aus den tiefen Wüstentälern des Coachella Valleys entweicht sie auch nicht mehr.

"Dieser Glut entgeht man nicht einmal in der Früh", lacht Mel Spelde aus Thermal, einem kleinen Ort rund 150 Kilometer östlich von Los Angeles. Der 74-jährige rüstige Manager sperrt gerade sein Büro auf, die Uhr über seinem Schreibtisch zeigt 6.30 Uhr Früh - das Thermometer bereits 84 Grad Fahrenheit, knapp 30 Grad Celsius. Auch er kann sich nicht an eine Hitzewelle erinnern, die hier im Süden Kaliforniens bereits so früh eingesetzt hat. Denn bereits seit Mitte Juni klettern die Temperaturen an die Rekordmarken. Alleine Palm Springs hat hier in vier Wochen viermal die 50 Grad-Marke geknackt. Spelde wird sich auch heute bald wieder zurückziehen. "Zu Mittag möchte ich wieder zu Hause sein. Es ist einfach zu heiß, am Abend wird weitergearbeitet."

Video zeigt die Waldbrände in Kalifornien

Waldbrände ausgebrochen, Straßen gesperrt
Dass es zu heiß ist, haben am Dienstag auch die Behörden bestätigt: Noch nie in der Geschichte des bevölkerungsstärksten Staates der USA konnten Meteorologen im Frühsommer solche Hitzephasen beobachten. An mehreren Orten gleichzeitig sind Waldbrände ausgebrochen. Rund um Santa Barbara kommt regelmäßig der Verkehr zum Erliegen, weil Bundesstraßen gesperrt werden oder die Autofahrer schlichtweg die Arbeit der Löschflugzeuge beobachten.

Für Traci, eine Hotel-Assistentin aus Palm Springs, Anfang 40, freundliches Lachen, amerikanische Figur, sind das die härtesten Wochen des Jahres. Selbst in ihrem klimatisierten Büro schwitzt sie, ihr Kopf ist hochrot. "Vergesst nicht zu trinken!", ruft sie immer wieder ihren Gästen nach. Den Garten wässert sie zwar noch, doch viele öffentliche Grünflächen vergilben in der Hitze. Mittlerweile ist es zehn Uhr abends in Palm Springs, ein leichter Wind bläst die immer noch 38 Grad heiße Wüstenluft durch die Straßen. Langsam erwacht die Stadt. Gastgärten füllen sich, kleine Wasserdüsen legen einen leichten Nebel aus Wasser über die Straßen. "Im Herbst", seufzt Traci, "im Herbst ist es hier traumhaft."

Paul Tikal
Paul Tikal

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