Rekord-Drogenfund

„Kokain in der Mitte der Gesellschaft angekommen“

Tirol
09.05.2026 07:00

Die Tiroler Polizei meldete am Freitag einen Rekord-Drogenfund. In einem Auto wurden nicht weniger als 17 Kilogramm Kokain sichergestellt. Der Markt scheint da zu sein. Fachleute sprechen von bedenklichen Entwicklungen beim Drogenkonsum. 

Es sind alarmierende Befunde, die Experten erstellen. Der Drogenkonsum nimmt zu. Darauf lässt auch der jüngste Rekord-Drogenfund der Tiroler Polizei schließen. Aber nicht nur der. Selbst Kokain sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen, machte Franz Altenstrasser, Leiter der Psychiatrie am Krankenhaus Hall, kürzlich in einem „Krone“-Interview aufmerksam. „Die Abwasseranalyse bestätigt unsere klinischen Erfahrungen. Ebenso ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation aus 2025. Der Konsum steigt weltweit. Wir sprechen hier nicht mehr nur von einer Randerscheinung“, verdeutlicht Altenstrasser. 

Cannabis häufig, Kokain auf dem Vormarsch
Das Abwassermonitoring wird vom Institut für Gerichtliche Medizin (GMI) der Med-Uni Innsbruck durchgeführt. Die aktuelle Analyse hat zwei zentrale Aussagen: Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte verbotene Substanz, der Verbrauch von Kokain steigt weiter an. Unter den Stimulanzien ist Kokain die umsatzstärkste Droge.

An der Med-Uni Innsbruck werden die Abwasserproben untersucht.
An der Med-Uni Innsbruck werden die Abwasserproben untersucht.(Bild: digicomphoto - stock.adobe.com)

„In Westösterreich wird Kokain pro Kopf in größeren Mengen konsumiert als in Ostösterreich. Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Kokain verzeichnete – wie schon in den vergangenen Jahren – Kufstein“, lautet eine weitere Erkenntnis. Polizeidirektor Helmut Tomac stellte die Erhebung am Freitag teilweise infrage. Laut Polizeichef entstehe ein verzerrtes Bild, weil Ballungsräume untersucht würden, aber zum Beispiel Tourismusorte wenig beachtet blieben.

Laut Abwasseranalyse wird in Städten tendenziell mehr konsumiert als am Land, am Wochenende mehr als unter der Woche. Als Beispiel wird der Ecstasy-Konsum in Innsbruck genannt, der tendenziell höher sei als im ländlichen Raum.

Auch wenn sich über Erhebungen wie diese diskutieren lässt, sie untermauern Beobachtungen von Polizei und Drogenberatungsstellen. „Die seit mehreren Jahren dokumentierte Entwicklung verdeutlicht, wie zuverlässig sich Trends am Drogenmarkt mithilfe der europaweiten Abwasseranalyse erfassen lassen“, betont der Leiter der Abwasser-Studie, Herbert Oberacher. 

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