Di, 21. August 2018

"Buchung" nötig

14.07.2017 13:00

Venedig beschränkt jetzt Zugang zum Markusplatz

Zahlreiche Städte Italiens drohen - wie berichtet - angesichts einen neuen Touristen-Rekordhochs am Massentourismus zu ersticken. So will Venedig jetzt bis Ende des Jahres ein Buchungssystem für den Zugang zum Markusplatz einführen, um die Touristenströme wieder in überschaubare Bahnen zu lenken. Ein Numerus Clausus, über den zuletzt in Medien für Städte wie Florenz, Rom oder eben Venedig spekuliert worden war, für den berühmten Platz sei aber nicht geplant, wie die für Tourismusfragen zuständige Gemeinderätin Paola Mar am Freitag betonte.

Seit Jahren diskutieren die Verantwortlichen der Gemeinde über Maßnahmen zur Regelung der Touristenströme. Täglich tummeln sich in der Stadt bis zu 100.000 Besucher, während der Karnevalszeit sind es sogar 130.000. Deswegen drängt der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, schon seit Jahren auf die Einführung einer "Obergrenze" für Touristen.

So hart will man aber vorerst doch nicht in die Touristenströme eingreifen, heißt es nun in Venedig. Die für Jahresende angekündigten Maßnahmen sollen lediglich an Tagen mit besonders starken Touristenströmen den Zugang zu dem beliebten Ort in der Lagunenstadt regeln.

Auch "Benimm-Kampagne" für Besucher gestartet
Die Gemeinde startet auch eine Aktion, die die Besucher dazu aufruft, sich in der Stadt respektvoll zu verhalten. "EnjoyRespectVenezia" lautet der Name der Kampagne, die Touristen über Verbote informiert und nützliche Informationen über die Stadt liefert.

Wie vor Kurzem berichtet, stoßen mittlerweile viele italienische Städte in Sachen Massentourismus an ihre Grenzen. Politische Proteste und mitunter skurrile Versuche, die Besucherströme zu verringern bzw. zu kanalisieren, sind die Folge. Mancherorts werden Touristen gar mit Seife und Wasser "verjagt".

Venedig ist auch wegen der hohen Besucherzahlen seit Jahrzehnten mit einem starken Einwohnerschwund konfrontiert. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Zahl der Bewohner von 175.000 auf ein Rekordtief von weniger als 55.000 Menschen gesunken, wie aus Angaben der Gemeinde hervorgeht. Noch im Jahr 2000 hatte die Lagunenstadt 66.386 Einwohner gezählt.

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