Proteste in Palma

Mallorca will „weniger Tourismus, mehr Leben“

Ausland
26.07.2026 22:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Spanien stellt sich heuer auf eine Rekordzahl von 100 Millionen ausländische Touristinnen und Touristen ein. Diese Prognosen lassen bei Spaniern in mehreren Regionen die Sorgenfalten größer werden. Vor allem die Bewohner Mallorcas wehren sich zunehmend gegen den Massentourismus. Am Sonntag fand erneut eine Massendemonstration statt.

Tausende Menschen sind unter dem Motto „Weniger Tourismus, mehr Leben“ auf die Straßen der Hauptstadt Palma gezogen. Die Demonstranten versammelten sich am Abend zunächst auf der Plaza de España im Stadtzentrum. Von dort zog der Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Kathedrale, wo später am Abend ein Manifest verlesen werden sollte. Die Polizei zählte rund 25.000 Teilnehmer.

Die Proteste verliefen laut Polizei, die die Teilnehmeranzahl mit 25.000 bezifferte, friedlich.
Die Proteste verliefen laut Polizei, die die Teilnehmeranzahl mit 25.000 bezifferte, friedlich.(Bild: AFP/JAIME REINA)

Viele von ihnen trugen selbst gebastelte Plakate. „Mallorca overbooked“ oder „Keine Kapazität mehr“ stand unter anderem darauf zu lesen. Ein Jahr vor den Regionalwahlen auf den Balearen wolle man seine Meinung kundtun, sagte ein Sprecher der Veranstalter vor Journalisten. Der Zeitpunkt sei bewusst mit Blick auf die aktuelle Hauptreisezeit gewählt worden. Ende Juli und Anfang August gelten als die Wochen mit den meisten Urlaubern auf der Baleareninsel.

Die zentrale Forderung der Demonstranten
Die zentrale Forderung ist eine Begrenzung der Besucherzahl. Die steigende Zahl der Urlauber und der Ferienwohnungen wird für die schlimme Wohnungsnot verantwortlich gemacht. Die Organisatoren der Protestaktion beklagen, dass viele Menschen mit einem normalen Einkommen sich auf der Insel kaum noch eine Wohnung leisten können.

Nachbarschaftsverbände, Umweltschutzgruppen und andere Organisationen führen aber auch Probleme wie Verschmutzung, Staus und Lärm sowie für die Zerstörung der Natur auf den Massentourismus zurück.

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