Mo, 20. August 2018

Angst vor Anschlägen

27.03.2017 08:37

Laptop-Verbot auf Flügen in die USA in Kraft

Auf Flughäfen im Nahen Osten und in Nordafrika ist am Wochenende das neue Laptop-Verbot im Handgepäck in Kraft getreten. Die neue Einschränkung betrifft Reisende, die auf Direktflügen in die USA oder nach Großbritannien fliegen wollen. Auf den Flughäfen von Dubai und Doha reagierten die meisten Passagiere gelassen auf die neue Handgepäck-Regel. Für großen Ärger oder Chaos sorgte das Verbot nicht.

"Es ist eine Regel. Ich halte mich an Regeln", sagte Rakan Mohammed aus Katar, der zwei bis drei Mal im Jahr von Doha in die Vereinigten Staaten fliegt. Für manche seiner Verwandten sei das Rauchverbot ein viel größeres Verbot: "Auf einem langen Flug werden sie nach drei Stunden unruhig."

Am Flughafen von Dubai, wo wegen eines langen Wochenendes zum Frühlingsanfang von Freitag bis Montag rund 1,1 Millionen Passagiere erwartet wurden, informierten Flughafenmitarbeiter in roten Uniformen die Passagiere über die neue Handgepäck-Regel. Die Fluggesellschaft Emirates, die jeden Tag 18 Direktflüge in die USA anbietet, kam den Fluggästen mit einem neuen Service entgehen: Sie müssen ihre Laptops nicht im Koffer einchecken, sondern erst beim Einstieg abgeben.

Angst vor Anschlägen
Das in der vergangenen Woche von den USA erlassene Verbot war mit der Sorge vor islamistischen Anschlägen begründet worden. Es betrifft Passagiere, die von zehn Flughäfen in Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien, Kuwait, Marokko, Katar, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf direktem Weg in die USA fliegen.

Seit Samstag dürfen dort keine Geräte mehr im Handgepäck mitgenommen werden, die größer sind als gewöhnliche Smartphones. Betroffen sind also Laptops, Tablets und Kameras. Großbritannien erließ kurz darauf ein ähnliches Verbot für Flüge aus Ägypten, Jordanien, dem Libanon, Saudi-Arabien, Tunesien und der Türkei.

"Ich verstehe die Sicherheitsaspekte", sagte die Passagierin Debbie Corfield in Dubai. Die in Katar lebende Britin arbeitet für eine US-Firma und fliegt jährlich mindestens drei Mal in die USA. Weil sie nun auf dem Flug nicht arbeiten könne, sei aber auch ihre Firma von dem Verbot betroffen.

"Sich gegenseitig anstarren"
Der Passagier Samuel Porter machte sich die größten Sorgen um den Zeitvertreib seiner Kinder. "Ich habe zwei Kinder, und sie haben immer das iPad in der Hand", sagte er. Nun müssten sie sich auf dem Flug wohl einen Dokumentarfilm anschauen "und dieses Mal etwas Nützliches lernen".

Die Fluggesellschaft Royal Jordanian, die ebenfalls von dem Verbot betroffen ist, reagierte ebenfalls mit Humor auf die neue Bestimmung: Eine Liste mit Vorschlägen, wie sich Passagiere ohne Laptop oder Tablet die Zeit vertreiben können, enthielt unter anderem den Punkt "sich gegenseitig anstarren". Das könnten Jordanier nun einmal "am besten".

 krone.at
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