Jeder elfte Neuwagen in der EU kommt inzwischen von einem chinesischen Hersteller. Die traditionellen Konzerne, vor allem die deutschen, verlieren spürbar an Boden.
Der Vormarsch der chinesischen Autobauer in Europa setzt sich ungebremst fort. Wie eine aktuelle Analyse von EY zeigt, stieg der gemeinsame Marktanteil der Marken BYD, Geely, SAIC, Chery, Leapmotor & Co. im laufenden Jahr auf neun Prozent. Das bedeutet: Jeder elfte in der EU neu zugelassene Pkw ist bereits ein chinesisches Fabrikat. Noch im Vorjahr lag ihr Anteil bei vergleichsweise mageren sechs Prozent.
Größte Gewinner sind BYD, Chery und Leapmotor
Die größten Gewinner dieser Entwicklung sind BYD, Chery und Leapmotor. BYD, der größte chinesische Hersteller, kann inzwischen einen Marktanteil von 2,1 Prozent in der EU vorweisen und liegt damit spürbar vor Tesla. Die Verkaufszahlen von BYD stiegen im Jahresverlauf um 159 Prozent. Noch stärker fällt das Wachstum von Leapmotor mit einem Plus von 531 (!) Prozent aus, Chery verzeichnet immerhin ein Absatzplus von 265 Prozent.
Besonders in Südeuropa entwickeln sich die oft preisgünstigeren Modelle aus China zu echten Verkaufsschlagern. Experten führen diesen Erfolg auch auf die staatlichen Subventionen für Elektroautos, die es in etlichen Ländern gibt, zurück. Da chinesische Hersteller im unteren Preissegment stärker vertreten sind, profitieren sie überdurchschnittlich von diesen Fördermaßnahmen. Während der gesamte EU-Neuwagenmarkt im Mai um drei Prozent zulegte, schossen die Verkäufe von Elektroautos um 43 Prozent in die Höhe.
Kooperationen erleichtern Newcomern den Marktzugang
„Die chinesischen Autobauer gewinnen in Europa Schritt für Schritt Marktanteile“, analysiert Autoexperte Axel Preiss von EY Österreich. Ihm zufolge erleichtern zudem Kooperationen zwischen europäischen und chinesischen Herstellern den Marktzugang für die Newcomer.
Derweil müssen die etablierten europäischen Hersteller Federn lassen. Der Marktanteil der deutschen Autokonzerne sank heuer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 39 auf 38,3 Prozent. Deutlich fielen auch die Marktanteilsverluste bei Renault (-1,1 Prozentpunkte), Ford (-0,7) und Hyundai (-0,5) aus.
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