Syrer (16) leugnet

Böller explodierte im Büro des Betreuers: Tinnitus

Salzburg
23.06.2026 13:30

In einer Jugend-WG in der Stadt Salzburg passierte am 29. Jänner ein explosiver Vorfall: Ein Böller detonierte im Büro eines Betreuers. Seither leidet der Mann unter einem Knalltrauma mit Tinnitus. Ein 16-jähriger Syrer soll dafür verantwortlich sein. Beim Prozess bestritt er den Vorwurf der Körperverletzung.

„Ich habe nichts geworfen“, wehrte sich der 16-Jährige beim Prozess am Dienstag im Salzburger Landesgericht. Er will nur mit zwei Freunden in der Küche gewesen sein, als es knallte. Dass er aber schon mit dem Werfen von Knallkörpern aufgefallen ist, wie die Richterin erwähnte, leugnete er genauso: Das stimme nicht, so der 16-Jährige stotternd auf Syrisch. Die Berichte über sein Verhalten seien zudem „sehr schlecht“, bemerkte die Richterin, die es zusammenfassend auf den Punkt brachte: „Sie tun, was sie wollen, ohne Rücksicht auf Regeln.“ 

Zeugen gaben an, dass sie nichts wissen
Die beiden gleichaltrigen Freunde des 16-Jährigen, die in der gleichen Krisen-WG wohnten, sagten als Zeugen aus – einer wurde aus der Strafhaft von drei Justizwachebeamten vorgeführt. Auch sie wissen nicht, wer den Böller geworfen habe. Einer der beiden grinste auf die entsprechende Frage der Richterin und meinte: „Woher soll ich wissen, wer es war.“ Das brachte bei der Richterin das Fass zum Überlaufen: „Es ist ein totaler Blödsinn, was sie erzählen.“ 

„War heftiger als Schweizer Kracher“
Doch ein Mädchen könnte wissen, wer der Böller-Werfer war: Das Opfer hatte die Jugendliche nach dem Vorfall angesprochen, die dabei den 16-Jährigen nannte. Gegenüber der Polizei sagte das Mädchen aber nur, sie wisse es nicht. „Sie hat Angst vor den Burschen“, glaubt der Betreuer. Er selbst berichtete noch von einem Rasseln, bevor es knallte: „Das war kein Schweizer Kracher, das war viel heftiger.“ Am 16. Juli wird der Prozess fortgesetzt: Das Gericht will die Jugendliche als Zeugin hören.

Übrigens! Die Staatsanwaltschaft erhob gegen den angeklagten 16-Jährigen auch einen weiteren Vorwurf: den Diebstahl von Kennzeichen. Diesen Vorwurf räumte er ein. „Ich habe es auf mein Auto getan“, erklärte der Syrer. Einen Führerschein hat er aber nicht, stellte das Gericht fest.

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