26.02.2017 09:00 |

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Sony A1: Der Lautsprecher im OLED-TV-Pelz

Der japanische Hightech-Konzern Sony hat zu Jahresbeginn seinen ersten OLED-Fernseher angekündigt: den A1. Ein paar Wochen nach der Consumer Electronics Show in Las Vegas hat es das Gerät über den großen Teich geschafft - zumindest in überschaubarer Stückzahl und vorerst nur zu Vorführzwecken. krone.at hatte Gelegenheit, einen Blick darauf zu werfen.

Dass OLED-Fernseher ein unschlagbares Bild liefern, haben wir in den vergangenen Jahren schon auf etlichen Elektronikmessen gesehen. Anfangs hatte nur LG die extrem kontrast- und farbstarken Prachtkerle im Sortiment, mittlerweile sind auch Philips, Panasonic und Sony auf den Zug aufgesprungen.

Ein Problem haben ihre Fernseher alle noch: den sehr hohen Preis. Doch der sollte nach und nach in schmerzlosere Regionen sinken. Dem Vernehmen nach beliefert LG mit seiner Displaysparte die gesamte Industrie mit Panels für OLED-Fernseher, weil sie als einzige über die nötigen Fertigungskapazitäten verfügen. Und die wurden jüngst ausgebaut, was einen Preisverfall begünstigen könnte.

Traumhaftes Bild am Sony A1
Wenn der Preisverfall eintritt, wird es eng für LCD-Fernseher. Das Bild auf OLED-TVs wie dem Sony A1 ist traumhaft. Eine nächtliche Skyline oder ein Feuerwerk wirkt auf solchen Geräten deutlich intensiver als auf den meisten LCD-Fernsehern. Der Grund ist zum einen das sehr satte Schwarz, zum anderen die leuchtenden Farben.

Beim Probeschauen am Sony A1 mit 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) - das Gerät soll in 55, 65 und 77 Zoll Diagonale kommen - zeigte sich überdies ein insgesamt sehr feines Bild, was laut Hersteller dem hauseigenen Bildprozessor "X1 Extreme" zu verdanken ist.

Der motzt das Bild mit Rauschentferner und anderen Bildverbesserungstechnologien auf, skaliert Material bis zu einem gewissen Grad auf 4K-Auflösung hoch und wendet die Hochkontrasttechnologie HDR für feinere und detailliertere Farbverläufe an. Vor allem auf sonst recht homogen aussehenden Bildteilen - etwa einfärbiger Kleidung - holt man hier noch ein paar mehr Schattierungen und Details heraus.

Superdünne TVs zwingen zu Sound-Alternativen
Beim TV-Design bringt OLED ebenfalls einige neue Möglichkeiten: die Geräte sind oft nur ein paar Millimeter dick - so auch der Sony. Die geringe Bautiefe bietet wenig Platz für Boxen, was andere Hersteller mit beigelegten Soundbars lösen. Sony versucht es anders und bringt eine mutige Soundkonstruktion an den Start, bei der das vorn standfuß- und quasi randlose Gerät von einem Pulsgeber an der Rückseite als Ganzes in Schwingungen versetzt wird, was Ton erzeugt.

Beim Soundcheck klang das ganz gut. Bässe muss zwar ein in den rückseitig angebrachten Ständer eingebauter Subwoofer verstärken, Mitten und Höhen klingen aber recht sauber. Eine Stereo-Virtualisierung haben die japanischen Ingenieure ebenfalls eingebaut. Ausgefuchst!

Das Inhaltsangebot wächst langsam
Bleibt die Frage der Inhalte: Gerade in den ersten Jahren von 4K-Auflösung waren die recht schwer zu beschaffen, mittlerweile gibt es mit der UHD-Bluray und - bei entsprechend flotten Internetanschluss - Streamingdiensten (am A1 läuft Android TV, Apps sind also vorhanden) aber ein passables Angebot. Gleichwohl strahlen normale TV-Sender wohl noch eine ganze Weile bestenfalls in Full-HD aus, beim ordinären Fernsehen bekommt man also bloß hochskaliertes Material zu sehen.

Da könnte manch einer versucht sein, noch ein bisserl mit dem OLED-Fernseher zu warten. Zumal wohl auch Sonys Einstiegsmodell recht teuer wird. Offizielle Preise hat man zwar noch nicht verraten, aber wenn das Gerät Mitte des Jahres in den Handel kommt, wird es angesichts des Preisniveaus der Konkurrenz wohl kaum weniger als 4000 Euro kosten - eher mehr.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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