Ein Großbrand in einem Wohnkomplex am Grillweg in Graz-Straßgang sorgte am späten Sonntagabend für einen Großeinsatz, hohen Sachschaden und Angst bei den Bewohnern. Mindestens 16 Personen mussten ins Krankenhaus. Brandstiftung als Ursache wird nicht ausgeschlossen.
Auch am Tag danach liegt beißender Rauchgeruch in der Luft, ist die Aufregung rund um das rußgeschwärzte Mehrparteienhaus am Grillweg spürbar. Schaulustige gehen immer wieder daran vorbei. „Die werden jetzt schön putzen müssen“, sagt einer mitfühlend.
Zwei junge Bewohner mit schwarz verfärbten Händen tragen Koffer aus dem Haus. „Für ein paar Tage ziehen wir zu Verwandten, die Wohnung ist arg betroffen und stinkt fürchterlich“, sagen die Geschwister.
„Hier sind viele sicher, dass das Brandstiftung war“
Sie waren im Haus, als es Sonntagabend kurz vor 20 Uhr passierte: „Es roch auf einmal komisch“, schildert der junge Mann. „Ich bin auf den Balkon gegangen, um das zu checken, und da hat mir gleich jemand aufgeregt gesagt, dass da ein Feuer ausgebrochen ist, in einem Kellerabteil, in dem lauter Kartons waren. Dann war da der laute Knall, wie eine Explosion, und dann ist das mit dem Feuer richtig eskaliert. Hier sind viele sicher, dass das Brandstiftung war.“ Eine dunkel gekleidete Frau soll angeblich am späteren Brandort bei den Kartons hantiert haben.
Noch sind das Spekulationen. Die Polizei ermittelt nach dem Inferno in alle Richtungen. Der Schock sitzt bei den Bewohnern tief: „Ich bin im Bett gelegen, es hat gepumpert, geklescht, ich hab mir gedacht, die Nachbarn streiten“, sagt Ana Carla Ranzinger. Sie lief auf den Balkon, um Nachschau zu halten: Vom Erdgeschoß aus breiteten sich die Flammen aus. Eine schwarze, dichte Rauchsäule umhüllte das gesamte Haus. Sie sah da bereits den Großbrand am Nebengebäude, wie sie noch am Sonntagabend der „Krone“ schilderte.
„Ich habe nur gesehen: eine Riesen-Flamme. Es brennt.“ In einer ersten Reaktion lief sie zu ihrem Partner. „Ich hab sehr viel Panik geschoben und meinen Hund genommen, dann sind wir rausgerannt.“ Die Luft am Grillweg sei unerträglich gewesen, sagt die Grazerin. „Wir sind ganz rübergegangen, um wieder atmen zu können.“
Unter der Dusche „erwischte“ es Sebastian M. im sechsten Stock. „Meine Eltern und ich sind sofort mit den Hunden runter, die Tiere sind jetzt auch noch völlig aufgeregt.“ Was ihn wundert: „Es gab keinen Feueralarm.“
Sebastian gehört zu jenen 16 Personen, die vom Roten Kreuz in Grazer Spitäler eingeliefert werden mussten, weil sie Rauchgasvergiftungen hatten. Fünf erlitten mittelschwere Verletzungen, elf leichte.
Zehn Wohnungen unbewohnbar
Bis dato steht nur fest, dass das Feuer wohl in einer Einlagerungsbox im Erdgeschoß seinen Ausgang fand. Die Berufsfeuerwehr Graz stand mit 46 Kräften bis zum „Brand aus“ um 22 Uhr im Einsatz, auch Rotes Kreuz und Polizei waren mit zahlreichen Einsatzwagen ausgerückt. An die zehn Wohnungen sind beschädigt und unbewohnbar.
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