Der Iran hält sich eine Rückkehr an den Verhandlungstisch mit den USA weiter offen – stellt aber gleichzeitig neue Bedingungen und erhebt schwere Vorwürfe gegen Washington. Während zunächst von Bewegung die Rede war, zeichnet sich nun ein deutlich komplizierteres Bild ab.
Auch ein Insider bestätigte zwar weiterhin, dass die iranische Regierung einer Beteiligung an Gesprächen grundsätzlich „positiv“ gegenüberstehe. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Gleichzeitig betont Teheran, dass derzeit keine neue Verhandlungsrunde geplant ist.
Neue Vorwürfe aus Teheran
Irans Außenminister Abbas Araqchi machte die USA für die festgefahrene Lage verantwortlich. Die „Provokationen, Drohrhetorik und anhaltenden Verstöße gegen die Waffenruhe“, insbesondere Angriffe auf iranische Handelsschiffe, seien ein erhebliches Hindernis für neue Gespräche. Der Iran werde die Umstände genau prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.
Auch die Seeblockade in der Straße von Hormuz bleibt laut iranischen Angaben ein zentraler Streitpunkt. Eine Teilnahme an Gesprächen sei an Bedingungen geknüpft – darunter die Aufhebung dieser Blockade.
Nein, doch – nein, vielleicht
Zuvor hatten Staatsmedien am Montag berichtet, Teheran habe neue Verhandlungen abgelehnt. Als Gründe wurden die Blockade, die bedrohliche Rhetorik und „überzogene Forderungen“ Washingtons genannt.
„Man kann nicht die Ölexporte des Iran einschränken und gleichzeitig die Sicherheit für andere gewährleisten“, schrieb der Erste Vizepräsident Mohammadreza Aref in sozialen Medien. Auch Außenamtssprecher Esmail Baghaei betonte, die USA nähmen Diplomatie nicht ernst.
Vance noch nicht unterwegs
Unklar ist derzeit auch, wann konkrete Gespräche beginnen könnten. Entgegen früherer Aussagen ist US-Vizepräsident JD Vance laut Insidern noch nicht auf dem Weg nach Islamabad.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, Vance werde in wenigen Stunden in Pakistan eintreffen und die Verhandlungen fortsetzen. Laut „New York Post“ soll er von einer Delegation begleitet werden, darunter Steve Witkoff und Jared Kushner. Ob sich Teile der Delegation bereits vor Ort befinden, ist derzeit unklar.
Trump erhöht den Druck
Trump verschärfte unterdessen den Ton. Eine Verlängerung der Waffenruhe sei „sehr unwahrscheinlich“, sollte es keine Einigung mit Teheran geben. Die aktuelle Feuerpause läuft am Mittwochabend aus.
Trump sprach am Montag von einer „letzten Chance“ für die Iraner:
Gleichzeitig zeigte sich der US-Präsident weiterhin gesprächsbereit: Bei Fortschritten sei er selbst zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit.
Eskalation auf See
Die Spannungen wurden zuletzt durch einen Zwischenfall auf See weiter verschärft. Die USA hatten ein iranisches Frachtschiff („Touska“) beschossen und unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem es versucht haben soll, die US-Blockade zu umgehen.
Teheran reagierte mit scharfen Drohungen. Laut iranischen Berichten wurden Drohnen in Richtung US-Militärschiffe entsandt. Ein Militärsprecher kündigte an, die Streitkräfte würden „bald zurückschlagen“.
Pakistan drängt auf Dialog
Pakistan bemüht sich weiterhin um Vermittlung. Außenminister Ishaq Dar rief den Iran in einem Telefonat dazu auf, den Dialog rasch wieder aufzunehmen, um Frieden und Stabilität in der Region zu fördern.
Innenminister Mohsin Raza Naqvi empfing am Montag getrennt Vertreter aus den USA und dem Iran in Islamabad. „Wir beten für den Erfolg der zweiten Verhandlungsrunde“, sagte er.
Straße von Hormuz als Krisenherd
Die Lage rund um die strategisch wichtige Straße von Hormuz bleibt angespannt. Der Schiffsverkehr ist laut aktuellen Daten nahezu zum Erliegen gekommen, nur wenige Tanker passieren die Meerenge. China forderte zuletzt, die „normale Schifffahrt“ müsse im Interesse der internationalen Gemeinschaft aufrechterhalten werden.
Die Uhr tickt unaufhörlich
Am Mittwoch endet die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Ob es bis dahin zu neuen Gesprächen kommt, ist offen. Europäische Verbündete befürchten weiterhin, dass ein möglicher Deal unter Zeitdruck zustande kommen könnte – mit unklaren Folgen für langfristige Verhandlungen.
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