Eine rund 33 Kilometer lange 220-kV-Leitung der Austrian Power Grid (APG) durch Osttirol bis nach Italien sorgt für Unmut. Verschiedene Parteien kämpfen gegen mehrere der 120 Masten und wollen auf gut einem Drittel eine Erdverkabelung. Die APG nennt Gründe dagegen.
Wenn der Naturschutzverein „Osttirol Natur“ (ON), der Tourismusverband Osttirol (TVBO), Politik und Grundbesitzer gemeinsame Sache machen, brennt der Hut! Konkret geht es um eine geplante Trassenführung einer 220-kV-Leitung durch Osttirol der APG auf einer Länge von elf Kilometern.
ON brachte beim Land Tirol gegen das bereits genehmigte Projekt Beschwerde ein. Demnach würden die 120 Masten lebenswichtige Ressourcen zerstören. Alternativen wie Erdverkabelungen seien nie Thema gewesen. Der TVBO unterstützt die Beschwerde. Zwar sei man kein Grundbesitzer, poche aber auf Parteinstellung, wie Obmann Franz Theurl betont: „Uns ist diese zuzuerkennen. Wir haben dort ein Naturdenkmal.“
Dieses Vorhaben, wie es genehmigt ist, führt zu einer erheblichen Umweltauswirkung im Bereich des Landschaftsbildes.
Anwalt Wolfram Schachinger
Von „Klein-Tibet“ bis zu Alternativ-Verkabelungen
Sollten die Masten im Wald kommen, bräuchte es Vorrichtungen für den Flugverkehr und Hunderte Fahnen für Vögel. Dazu Theurl: „Das wäre ,Klein-Tibet’“.
Um eine Änderung zu erwirken, zog man rechtliche Unterstützung heran. Geht der Plan auf, würde man massiv Waldflächen erhalten, Beeinträchtigungen im Siedlungsgebiet verhindern oder Landwirtschaft dort weiter ermöglichen. Auch Grundbesitzer unterstützen das Vorhaben.
Grundlage für die Beschwerde sei, dass „dieses Vorhaben, wie es genehmigt ist, zu einer erheblichen Umweltauswirkung im Bereich des Landschaftsbildes führt“, stellte Anwalt Wolfram Schachinger klar. Zudem gäbe es keine konkrete Alternativenprüfung in den betroffenen Bereichen.
Alternativen, wie es sie unweit über die Grenze in Italien unter der Erde gibt, seien nun zu prüfen. Theurl betonte, dass es nicht ums Geld gehe: „Es wäre ein Schaden über die nächsten Generationen. Wir werden bis zum Europäischen Gerichtshof gehen.“
APG kontert Kritikern
APG-Sprecher Fritz Wöber betonte gegenüber der „Krone“, man habe seit 2022 intensiv mit den Projektgemeinden gesprochen, und verweist auf die Ausfallraten der Erdkabel: „Schäden an Freileitungen sind in der Regel in Stunden bis Tagen behoben. Bei Schäden an Kabeln sind es Wochen, in einigen Fällen Monate.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.