03.02.2017 10:36 |

Nach Protesten

Uber-Chef Kalanick verlässt Trumps Beratergremium

Uber-Chef Travis Kalanick verlässt nach Protesten die Top-Beratergruppe des US-Präsidenten Donald Trump. In einer E-Mail an die Mitarbeiter seines Unternehmens schrieb Kalanick am Donnerstag, er habe mit Trump kurz über dessen Erlass zum vorübergehenden Einreiseverbot für Immigranten gesprochen und erklärt, dass er nicht länger in dem Gremium tätig sein könne.

Seine Beteiligung an der Gruppe sei "nicht als Unterstützung des Präsidenten oder seiner Agenda gedacht" gewesen, heißt es in Kalanicks E-Mail. "Einwanderung und Offenheit für Flüchtlinge" seien ein maßgeblicher Bestandteil für den Erfolg der USA und auch für Uber. Fahrer und Fahrgäste von Uber hatten sich zuvor gegen Kalanicks Beteiligung an dem Unternehmergremium gewandt. In den sozialen Medien forderte eine Kampagne dazu auf, von Uber zu dessen Konkurrenten Lyft zu wechseln.

Auch Chefs von Tesla und IBM in Gremium
Trump hatte das Beratergremium Ende des vergangenen Jahres gebildet. Ihm gehören unter anderem der Vorsitzende des Elektroauto-Herstellers Tesla und Gründer des Raumfahrtunternehmens SpaceX, Elon Musk, sowie IBM-Präsidentin Ginni Rometty an. Berichten zufolge sollte die Gruppe erstmals am Freitag zusammentreten.

Trump bei einem Treffen mit den Größen der Tech-Branche

Silicon Valley gegen US-Einreisebann
Trump hatte vor einer Woche die Einreise von Flüchtlingen und Migranten in die Vereinigten Staaten massiv eingeschränkt. Ein von ihm unterzeichneter Erlass mit dem Titel "Schutz der Nation vor der Einreise ausländischer Terroristen in die Vereinigten Staaten" untersagt die Visa-Vergabe an Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern für 90 Tage. Das bisherige Flüchtlingsprogramm der USA wird für 120 Tage ausgesetzt, syrische Flüchtlinge dürfen vorerst gar nicht mehr einreisen.

Gegen Trumps Einreisebann gibt es weltweit Proteste. In den USA stellen sich zahlreiche Unternehmen aus dem Silicon Valley offen dagegen, darunter Apple, Google, Facebook und Microsoft. Sie verweisen unter anderem darauf, wie wichtig Einwanderung und bestimmte Visa für den Erfolg ihrer Firmen sind. Viele Tech-Unternehmen sind von dem Bann unmittelbar betroffen.

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