Di, 21. Mai 2019
26.04.2016 18:14

DVD ist weg

Pharmakonzern Merck verlor Tausende Patientendaten

Mit dem Verlust heikler Patientendaten sieht sich die österreichische Tochter des deutschen Pharmakonzerns Merck konfrontiert. Am Dienstag wurde bekannt, dass das Unternehmen eine DVD mit Daten von mindestens 2000 an Multipler Sklerose oder an Wachstumsstörungen leidender Menschen verloren hatte.

Die heikle Affäre kam nicht durch Merck Austria selbst an die Öffentlichkeit. Sie wurde von der angesehenen Deutschen Apothekerzeitung am Montag online veröffentlicht: "Bedenkliche Panne bei der österreichischen Tochter des Pharmakonzerns Merck: Dem Unternehmen kam eine DVD mit den Daten von etwa 2000 Patienten und 1000 Abonnenten einer medizinischen Fachzeitschrift ("Living MS") abhanden. Damit stellt sich ein weiteres Mal die Frage, wie es um die Sicherheit sensibler Patientendaten im Gesundheitswesen steht."

Bisher kein Hinweis auf missbräuchliche Verwendung
Auf der verschwundenen DVD seien "Vor- und Nachnamen der Patienten bzw. Abonnenten, deren Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie eine interne Identifikationsnummer" gewesen. Die Sprecherin von Merck Österreich, Bärbel Klepp, bestätigte am Dienstagnachmittag die Angaben. "Es ist zu einer Verkettung menschlicher Fehlleistungen gekommen. Wir haben vergangene Woche, wie es das Gesetz vorschreibt, alle Betroffenen schriftlich informiert. Wir haben keinerlei Hinweise, dass der Datenträger in unbefugte Hände gelangt oder missbräuchlich verwendet worden ist."

Die Zurückhaltung bei der Information der Öffentlichkeit erklärte die Sprecherin damit, dass man keinen "Hype" bezüglich des Verbleibs der DVD entfachen habe wollen. Ohne dazu rechtlich verpflichtet zu sein, habe man auch die österreichische Datenschutzbehörde in Kenntnis gesetzt. Die betroffenen Patienten nehmen an einem Programm teil, in dem sie für die Handhabung und die Wartung eines Injektionsgerätes geschult werden und bei dem die Beschaffung neuer Nadeln für das Gerät abgewickelt wird.

Merck entschuldigt sich und arbeitet an Aufklärung
"Dieses Service ist bei der österreichischen Datenschutzbehörde ordnungsgemäß gemeldet und registriert. Merck entschuldigt sich bei den betroffenen Patienten und arbeitet mit Hochdruck an der Aufarbeitung der Vorkommnisse. Eine Fehleranalyse wurde eingeleitet. Daraus resultierende Maßnahmen, um eine noch bessere Datensicherheit zu gewährleisten, werden unverzüglich etabliert", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens.

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