Zivilisten im Visier

Selenskyj wirft Russland „Drohnen-Safari“ vor

Außenpolitik
04.08.2026 23:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland eine gezielte Jagd mit Drohnen auf Zivilisten vor. Anlass ist ein Video aus den sozialen Netzwerken, welches zeigt, wie eine Kleindrohne einen Straßenhändler in der Hafenstadt Cherson angreift.

„Heute hat ein weiteres Video der ,Drohnen-Safari‘, die die Russen gegen Zivilisten in Cherson führen, viele schockiert. Die Welt muss das sehen!“, betonte Selenskyj in einem X-Posting am Dienstag und stellte dazu das besagte Video online (siehe unten). Dieses erschien unter anderem auf einem Telegram-Kanal in Cherson, danach bei der örtlichen Polizei, wobei der eigentliche Ursprung des Videos unklar ist. Darin ist zu sehen, wie eine Drohne sich einem Mann nähert, der an einem Transporter steht. Ein grüner Schirm ist aufgebaut, Pappkisten stehen auf dem Boden. Als der Mann versucht, sich zu verstecken, verfolgt ihn die Drohne und explodiert schließlich neben ihm.

Bei Drohnenangriff leicht verletzt
Nach Angaben ukrainischer Behörden überlebte der Mann den Angriff leicht verletzt. Der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Cherson, Olexander Prokudin, veröffentlichte auf Telegram ein weiteres Video. Auf einem Krankenhausbett sitzend erzählt der Mann, wie er um seinen Transporter herumgelaufen sei. Er habe versucht, dem Drohnenpiloten zu signalisieren, dass er tatsächlich nur Tomaten und Melanzani verkaufe.

Im Gebiet Cherson stehen sich ukrainische und russische Truppen am Strom Dnipro gegenüber. Die Gebietshauptstadt Cherson liegt in der Reichweite ferngesteuerter Kleindrohnen.

Kaum Bewegung bei Frontverlauf
Russland führt seit Februar 2022 eine großangelegte Offensive in der Ukraine. Die ukrainische Armee reagierte in den vergangenen Monaten verstärkt mit Luftangriffen auf Ziele in Russland. Dabei geriet unter anderem der Online-Händler Wildberries in verschiedenen Teilen Russlands und auf der Krim ins Visier. Der Frontverlauf in der Ukraine änderte sich im Juli nur geringfügig, wie eine Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Daten des US-Instituts für Kriegsstudien ergab.

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