Cyberangriff

Datenklau: So stahlen die Hacker 31.000 Datensätze

Chronik
04.08.2026 19:25

Nach dem Diebstahl von 31.000 Datensätzen in Liechtenstein gab die Landesregierung des Fürstentums am Dienstag Details zum Coup bekannt: Es war ein gezielter Angriff, die Täter nutzten ein eigens angelegtes Benutzerkonto. Finanzdaten sollen nicht betroffen sein.

Laut der Liechtensteiner Landesregierung handelte es sich um einen „gezielten, technisch hoch entwickelten Angriff“ auf das „Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen“ (VwbP). Demnach drangen die Täter über ein eigens angelegtes Benutzerkonto eines Rechtsträgers, etwa eine Stiftung, in das System ein. Über diesen Zugang wurden über mehrere Stunden hinweg Tausende Einzelabfragen durchgeführt, um die Daten zu erbeuten.

Keine Finanzdaten abgegriffen
Gestohlen wurden Namen, Geburtsdaten und Wohnsitzstaaten der Berechtigten sowie die Namen der zugehörigen Rechtsträger. Betroffen sind aktuelle und teils auch historische Daten. Die Regierung betont, dass keine Finanzdaten wie Vermögensangaben oder Umsatzzahlen entwendet wurden. Auch Adressen oder Telefonnummern waren nicht Teil der Beute. Nach aktuellem Stand war nur das VwbP betroffen. Als Vorsichtsmaßnahme wurden aber weitere sensible Systeme der Landesverwaltung vorübergehend vom Netz genommen, um sie auf ihre Sicherheit zu prüfen.

Betroffene werden informiert
Regierungschefin Brigitte Haas nannte den Vorfall einen „Angriff auf internationale Compliance-Standards“. Eine Strafanzeige gegen Unbekannt wurde erstattet, die Behörden werten digitale Spuren in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern aus. Betroffene Personen werden über ihre Rechtsträger, also Treuhänder oder Stiftungsverwalter, informiert. Dieser Umweg ist nötig, da das Verzeichnis keine direkten Adressen enthält. 

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