Als Reaktion auf die Vorkommnisse in der spanischen Exklave Ceuta hat EU-Kommissar Magnus Brunner einen 5-Punkte-Plan für die europäische Migrationspolitik präsentiert. Dieser soll die EU handlungsfähiger machen und künftige Krisen verhindern. Die EU-Innenminister sprachen Spanien ihre Solidarität mit Spanien aus.
Nach den Ereignissen in der spanischen Exklave Ceuta hat EU-Migrationskommissar Magnus Brunner im Rahmen eines Austauschs der europäischen Innenminister die Notwendigkeit einer schnellen europäischen Reaktion betont. Die Situation sei eine Herausforderung gewesen, konnte aber durch die Kooperation aller Beteiligten rasch unter Kontrolle gebracht werden, so Brunner, der Spanien sowie Marokko ausdrücklich dankte. Aus den Erfahrungen wurde nun ein Fünf-Punkte-Plan abgeleitet, der als Leitlinie für die künftige EU-Migrationspolitik dienen soll.
Diplomatie, Rückführungen und Grenzschutz
Der Plan sieht eine intensivere Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitländern vor. EU-Hebel wie Visa-Regelungen und Finanzhilfen sollen gezielter und wirksamer eingesetzt werden, um die Kooperation zu verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beschleunigung von Rückführungen: Personen ohne Aufenthaltsrecht sollen schneller in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Zudem soll der Schutz der EU-Außengrenzen durch eine aufmerksamere Überwachung, physische Infrastruktur und den Ausbau der Grenzschutzagentur Frontex gestärkt werden.
Frühwarnung und Kampf gegen Schlepper
Künftig sollen Frühwarnsysteme helfen, mögliche Migrationsbewegungen, etwa durch die Analyse sozialer Medien, früher zu erkennen. Ein letzter Punkt ist der konsequente Kampf gegen Schlepperkriminalität. Hierfür will die EU zusätzliche Instrumente entwickeln, um Netzwerken wirksam entgegenzutreten. Brunner zog eine positive Bilanz des Krisenmanagements und betonte die bewiesene Handlungsfähigkeit Europas, die in der Krise gezeigt wurde.
Meiner Meinung nach hat Europa diese Bewährungsprobe definitiv bestanden, da es nicht gelungen ist, in den Schengen-Raum einzureisen.

Migrationskommissar Magnus Brunner
Bild: AP/Marius Burgelman
„Europa hat Test bestanden“
„Meiner Meinung nach hat Europa diese Bewährungsprobe definitiv bestanden“, betonte der Österreicher. Es sei den Menschen nicht gelungen, in den Schengen-Raum einzureisen. Die Europäische Union müsse nun auch die richtigen Schlussfolgerungen aus diesen Ereignissen ziehen. Innerhalb weniger Stunden hätten über 70.000 Menschen die Grenze überquert, „angeheizt durch kriminelle Schleppernetzwerke und auch durch Desinformation, insbesondere in den sozialen Medien“. 75 Menschen seien gestorben. Brunner dankte den spanischen und marokkanischen Behörden für die gute Zusammenarbeit und betonte die Bedeutung einer starken Zusammenarbeit mit den Partnerländern und Drittstaaten.
„EU ist geeint“
Die Innenministerinnen und -minister der EU und der Schengen-Länder sprachen am Dienstag in einer Videositzung Spanien ihre Solidarität in der Ceuta-Krise aus. Sie würdigten das schnelle und effektive Vorgehen der spanischen Behörden, wie der EU-Rat mitteilte.
„Wir loben Spanien für seine schnelle Reaktion auf die Situation in Ceuta.“

Jim O‘Callaghan, Vertreter des irischen Ratsvorsitzes
Bild: APA/AFP/POOL/Kin Cheung
„Die EU ist geeint und bereit, Spanien zu unterstützen. Wir loben Spanien für seine schnelle Reaktion auf die Situation in Ceuta und sprechen unser tiefstes Beileid zum tragischen Verlust von Menschenleben aus“, so der derzeitige Vertreter des irischen Ratsvorsitzes und Minister für Migration und Inneres Jim O‘Callaghan.
Die EU-Außengrenzen seien „unsere gemeinsame Verantwortung, und Migration erfordert eine geeinte europäische Antwort“, so O‘Callaghan weiter. Das Treffen habe den Mitgliedstaaten Gelegenheit gegeben, vorhandene Instrumente zu bewerten und Bereiche für die weitere Zusammenarbeit zu identifizieren.
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