Mo, 15. Oktober 2018

ZARA-Report

21.03.2016 12:10

Rassismus im Internet erreicht neues Level

Der Rassismus in Österreich hat ein neues Level erreicht. Diese Bilanz zieht die Geschäftsführerin der Anti-Diskriminierungs-Stelle ZARA, Claudia Schäfer, anlässlich der Vorlage des "Rassismus-Report 2015". Waren im Jahr 2014 knapp 800 einschlägige Fälle registriert worden, wurden im Vorjahr schon 927 vermerkt. Besonders negativ ist der Trend im Internet.

20 Prozent der Fälle und damit merkbar mehr als im Vorjahr (17 Prozent) spielten sich im Online-Bereich ab, der größte Teil über soziale Medien wie Facebook oder Google+. Zwei Drittel aller Vorkommnisse stehen im Zusammenhang mit dem Thema Flucht und richten sich gegen Asylsuchende und Helfer.

Hassparolen, Drohungen und Falschmeldungen
Als perfide Methode etabliert hat sich das Posten von erfundenen Geschichten, die vor Richtigstellung der Ereignisse schon große Breitenwirksamkeit erreicht haben. So postete etwa eine Frau, dass ein junger kranker Österreicher in einem Spital nicht behandelt worden sei, weil man dort mit Flüchtlingen voll ausgelastet gewesen sei. Ehe das Krankenhaus und der betroffene Patient klarstellen konnten, dass die Vorwürfe falsch sind, war der Inhalt schon 5000 Mal geteilt.

Das Internet wurde auch vielfach genutzt, um üble Hassparolen oder Drohungen gegen Flüchtlinge kundzutun. Dies geht vom Wunsch nach Wiedereröffnung von Konzentrationslagern bis hin zur Gutheißung antisemitischer Parolen durch die Nationalratsabgeordnete Susanne Winter, die ihr die Mitgliedschaft in der freiheitlichen Partei kostete. Es sei alarmierend, wie offen von politischen Repräsentanten mittlerweile Rassismus forciert werde, auch etwa mit der Unterstützung von Besuchsverboten für Flüchtlinge in Bars oder Bädern, hält ZARA fest.

"Dramatische Situation"
Die Zahl der Fälle im ZARA-Report ist wie immer nicht repräsentativ. Sie umfasst im Wesentlichen nur jene Vorkommnisse, die dem Verein gemeldet werden. Dass man selbst kein umfassenderes Monitoring machen könne, sei mit dem engen Finanzkorsett begründet, so ZARA. Einmal mehr wurde am Montag auf die "dramatische Situation" des Vereins hingewiesen und an die Politik appelliert, eine Finanzierung der Anti-Rassismus-Arbeit sicherzustellen.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
DFB-Trainer blockt ab
Rücktritt? Jogi Löw denkt „wirklich nicht“ daran
Fußball International
ManCity-Star freut‘s
Kompany-Papa - vom Flüchtling zum Bürgermeister!
Fußball International
Haft- und Geldstrafen
GAK-Rowdies nach Attacke auf Sturm-Fans verurteilt
Fußball National
Prügelei mit Popstar
Schuss in Spital! Türkei-Star drohen 12 Jahre Haft
Fußball International
Er bleibt cool
Gibt Ronaldo eine Million für Verteidigung aus?
Fußball International
Glückliche Väter
Schwules Pinguin-Paar bekommt Nachwuchs
Tierecke

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.