EU-Studie beweist:

Internet-Provider halten kaum, was sie versprechen

Web
23.10.2015 12:19
Wer das Gefühl hat, sein Internetanschluss sei nicht so schnell wie vom Provider versprochen, ist nicht allein. Wie eine neue Studie der EU-Kommission belegt, sind Internetanschlüsse in Europa oft spürbar langsamer als vom Provider angepriesen. Besonders DSL-Kunden erhalten meist nicht die Bandbreite, die ihnen versprochen wird. In den USA ist das interessanterweise anders: Hier übererfüllen die Provider die versprochenen Datenraten sogar, weil sie sich vor Verbraucherklagen fürchten.

Im Durchschnitt erhalten europäische Internetnutzer nur 75 Prozent der Geschwindigkeit, die ihnen vom Provider eigentlich zugesagt wurde. Besonders schlimm ist die Situation bei DSL-Anschlüssen. Sie sind mit einem Marktanteil von 70 Prozent die verbreitetste Breitbandtechnologie und bringen im Schnitt nur 63,3 Prozent der versprochenen Bandbreite.

Die Provider sichern sich ab: Sie verwenden Floskeln wie "bis zu", um bei Nichterfüllung der versprochenen Geschwindigkeit nicht angreifbar zu sein.

Aus der vom IT-Fachportal "Heise" zitierten EU-Studie geht zudem hervor, dass Kabelanschlüsse noch am ehesten das Tempo bringen, das der Anbieter verspricht. Hier liegt die durchschnittliche Datenrate im EU-Schnitt bei 83 bis 86,5 Prozent der versprochenen Geschwindigkeit.

US-Provider halten ihre Versprechen
Interessantes Detail: In den USA gibt es keine so gravierenden Diskrepanzen zwischen versprochener und tatsächlicher Internetgeschwindigkeit wie bei uns. Dem Bericht zufolge könnte das an den in den USA üblichen Verbraucherklagen liegen, die Firmen bei Nichterfüllung versprochener Leistungen teure Strafen einbringen können.

Allerdings: In den USA wird zwar das Geschwindigkeitsversprechen erfüllt, dafür surfen Amerikaner generell langsamer als Europäer. Die durchschnittliche Geschwindigkeit in den USA liegt bei Kabelleitungen bei 25,48 Megabit pro Sekunde, in Europa sind es 66,57 Megabit.

Breitband-Preise sinken seit Jahren
Erfreulich hat sich der Studie zufolge in den vergangenen Jahren das Preisniveau von Breitband-Internetanschlüssen entwickelt. Von 2012 bis 2015 sind die Preise im Schnitt um fast ein Achtel gefallen, vor allem in der Geschwindigkeitskategorie zwischen 30 und hundert Megabit pro Sekunde konnten Kunden sparen.

Die günstigen Breitband-Tarife haben zur Folge, dass so gut wie jeder europäische Haushalt heute über eine flotte Internetverbindung verfügt. 99,4 Prozent der Haushalte haben - entweder via Festnetz oder über schnellen Mobilfunk - Zugang zu Breitbandinternet.

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