Mi, 20. März 2019
11.03.2015 10:16

Initialen eingeritzt

Kolosseum für Selfie verschandelt: Frauen in Haft

Neue Technologien und daraus entstehende Trends können für alte Bauwerke zum ernsten Problem werden. Das zeigt ein Fall aus Rom, bei dem zwei 21 und 25 Jahre alte US-Touristinnen ihre Initialen ins weltberühmte Kolosseum ritzten, um danach ein perfektes Erinnerungs-Selfie mit dem Bauwerk zu knipsen. Passanten riefen die Polizei, die Touristinnen wurden verhaftet. Ihnen droht ein Prozess wegen schwerer Sachbeschädigung.

Der Drang, in sozialen Netzwerken mit besonders spektakulären Urlaubsfotos anzugeben, kann schlimme Folgen haben. Das erfuhren zwei amerikanische Touristinnen in Rom am eigenen Leib. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, entschieden sie sich bei einem Besuch des im ersten Jahrhundert nach Christus erbauten Kolosseums, die antiken Mauern des Bauwerks mit ihren Initialen zu verunzieren und anschließend ein Selfie zu knipsen.

Die Frauen griffen zu einer Münze und ritzten 20 Zentimeter große Buchstaben in die alten Mauern. Passanten beobachteten das Schauspiel schockiert und alarmierten die Polizei, die wenig später am Tatort eintraf und die Frauen verhaftete. Ihnen droht ein Prozess wegen schwerer Sachbeschädigung, bei der Einvernahme durch die römische Polizei zeigten sie sich reumütig. "Das merken wir uns unser Leben lang", sagten sie der italienischen Zeitung "La Republicca".

Wand war nicht so alt wie das Kolosseum selbst
Glück im Unglück für die jungen Frauen: Die Mauer, die sie mit ihren Initialen verunstalteten, war nicht mehr original, sondern stammte von Renovierungsarbeiten aus dem 18. Jahrhundert. Die beschädigte Bausubstanz ist also nicht ganz so antik wie das Kolosseum selbst. Trotzdem reihen sie sich mit ihrer unbedachten Aktion in eine lange Liste unliebsamer Touristen ein, die das Kolosseum mit Ritzereien an der Wand verunstaltet haben. Laut "CNET" haben die italienischen Polizisten auch schon Russen, Brasilianer, Kanadier und Australier wegen der Beschädigung des Kolosseums festgenommen.

Der Fall zeigt, dass bei manchen Menschen im Selfie-Rausch das Hirn aussetzt. Dabei hatten die jungen Amerikanerinnen noch Glück im Unglück: Sie begingen für das vermeintlich perfekte Selfie "nur" eine Straftat. Der Drang zum perfekten Urlaubs-Selfie hat aber auch bereits Menschen das Leben gekostet – etwa ein polnisches Paar, das beim Selfie-Knipsen an einer Klippe in Portugal vor den Augen seiner Kinder in den Tod stürzte.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Völlige Neuauflage
BMW S 1000 RR: Ihre Stärken - und ihre Schwäche
Video Show Auto
Für 80 Millionen Euro
Wird ER der neue Arjen Robben bei Bayern München?
Fußball International
Islamisten, Neonazis
Katia Wagner: Terror - was dürfen die Medien?
Video Show Brennpunkt
Fußballer des Jahres
Arnautovic selbstbewusst: „Es gibt keine Krise!“
Fußball International
Vor dem CAS
Financial Fairplay: PSG „gewinnt“ gegen UEFA!
Fußball International
„Alte Liebe zu Altach“
Neuer Altach-Trainer Pastoor setzt auf Kontinuität
Fußball National
Verspannungen lindern
Gassigehen gegen Kreuzweh
Gesund & Fit

Newsletter