Im europäischen Vergleich von insgesamt 54 Ländern zählt Österreich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht zur Spitzengruppe. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Deutliche Unterschiede zeigen sich allerdings beim Risikoverhalten.
In einer Analyse des ESC-Atlas* war die Gesamtbelastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der ESC-Region bei Männern und Frauen weitgehend ähnlich, wobei Frauen 55 Prozent (sechs Millionen) der Fälle und 50 Prozent der Todesfälle (1,5 Millionen) ausmachten.
Doch das scheinbare Gleichgewicht verschleiere „deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede“ in der Häufigkeit verschiedener Erkrankungen, bei den Risikofaktoren und den geografischen Unterschieden.
Insgesamt wiesen Männer bei Tabak und Alkohol um zehn bis 20 Prozentpunkte höhere Konsumwerte auf als Frauen. Auf der anderen Seite lagen die Frauen beim Body-Mass-Index und beim Mangel an körperlicher Betätigung um fünf bis 15 Prozentpunkte schlechter.
Sterblichkeit gesunken
Laut den Berechnungen ist die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen 1990 und 2023 in den 55 Ländern durchwegs gesunken. Für die gesamte Region der in der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vertretenen Staaten verringerte sie sich um 50,5 Prozent (Männer und Frauen insgesamt). In Österreich betrug diese Abnahme der Herz-Kreislauf-Mortalität 56,6 Prozent.
Länder wie Portugal (minus 72,8 Prozent), Israel (minus 71,3 Prozent) oder Dänemark (minus 71 Prozent) schnitten hier deutlich besser als Österreich ab. Für Westeuropa (inklusive Österreich) wurde eine durchschnittliche Abnahme der Herz-Kreislauf-Mortalität um 61,5 Prozent registriert. Die Veränderungen bei der Sterblichkeit durch diese Erkrankungen waren in Österreich bei Männern und Frauen etwa gleich (minus 56,4 Prozent bei den Männern, minus 56,9 Prozent bei den Frauen).
*Die Wissenschafter, unter ihnen auch Daniel Scherr von der MedUni Graz, haben ihre neue Analyse zu „Geschlechtsunterschieden in der Herz-Kreislauf-Krankheitslast, den Risikofaktoren und dem Krankheitsspektrum in Europa“, vor kurzem im „European Heart Journal“ online veröffentlicht (doi: 10.1093/eurheartj/ehag782). Verwendet wurden Daten der „Global Burden of Disease Studie“ aus dem Jahr 2023. Außerdem wurde die Entwicklung bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall etc., für den Zeitraum 1990 bis 2023 bestimmt.
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