Mensch und Maschine

Neuer Literaturpreis ehrt mit KI verfasste Werke

Digital
23.10.2026 08:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Während der Schriftsteller Thélyson Orélien wegen KI-Vorwürfen gerade erst seinen Verlag verloren hat, gibt es mit dem französischen Prix Pascal ab sofort ganz offiziell einen Literaturpreis für KI. Bis Ende November kann jeder oder jede – unabhängig von literarischer Erfahrung und Staatsangehörigkeit – ein Werk einreichen, das mithilfe mit einer KI verfasst wurde.

Einzige Bedingung: Der Text müsse noch unveröffentlicht und auf Französisch geschrieben sein, wie es auf der Webseite (prixpascal.fr) für den Preis heißt. Ein Verlag sei nicht erforderlich. Der Wettbewerb läuft seit Dienstag.

Der Prix Pascal soll nach eigenen Angaben Texte auszeichnen, die etwas Neues bringen und kein Format wiederholen, das es bereits früher gegeben habe. Das Werk solle nützlich sein, alarmieren oder originell dazu beitragen, eine die Menschheit bedrohende ökologische, soziale oder ethische Herausforderung zu lösen.

  Alle großen Sprachmodelle wie ChatGPT oder Claude sind den Angaben nach zugelassen. Das verwendete Werkzeug müsse als Information für die Jury Teil der technischen Akte sein. Auch der Agent oder Prompt wird angegeben. Das Manuskript soll ungefähr 300.000 Zeichen umfassen. Für eine faire Beurteilung gebe es eine anonyme Einreichung.

  Ende November soll eine Jury die zehn Finalisten auswählen. Anfang Dezember soll der Prix Pascal vergeben werden. Die Preisträgerin oder der Preisträger gewinnt den Angaben nach neben einem Preisgeld die Veröffentlichung des Werkes und mediale Sichtbarkeit.

Was ist ein Werk, wenn Autor und Maschine zusammenarbeiten?
KI sei bereits in den Schreibwerkstätten, den Manuskripten und Buchhandlungen angekommen, heißt es auf der Webseite für die Ausschreibung. Der Prix Pascal stelle laut die Frage, was ein Werk sei, wenn Autor und Maschine zusammenarbeiteten.

Der Preis ist nach Blaise Pascal benannt, französischer Mathematiker, Physiker, Philosoph und Theologe aus dem 17. Jahrhundert. Er sei der einzige westliche Denker, der ein Pionier der Maschine und gleichzeitig ein Meister der Sprache gewesen sei, heißt es auf der Webseite zum Preis.

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