Skistars begeistert

In Sölden wird alpine Küche völlig neu gedacht

Tirol
23.10.2026 08:00

Durch puren Zufall fanden zwei kreative Köpfe aus Tirol zueinander und eröffneten ein neues Restaurant. Im „Salig“ im Tiroler Ötztal wird Genuss als Gesamterlebnis zelebriert. Die ersten prominenten Besucher: Giovanni Franzoni, Kitzbühel-Sieger 2026, samt seinen italienischen Teamkollegen. 

Der Alpengasthof Grüner in Sölden im Ötztal ist seit Generationen fest in Familienhand. Eigentümer Matthias Grüner beobachtete bereits vor geraumer Zeit ein verändertes Gästeverhalten und stellte das Angebot schließlich von Halbpension auf Frühstück um. Zurückgeblieben ist ein großer Raum – und die Frage: Was tun damit?

„Es kam die Idee auf, zusätzlich zu unserem Wirtshaus ein gehobeneres Restaurant ins Leben zu rufen. Den Namen dafür hatten wir relativ schnell: ,Salig’ – in Anlehnung an die drei sagenhaften Frauen Ambeth, Borbeth und Wilbeth, von denen man sich im Ötztal erzählt und die einst in den Bergen lebten, heilten und im Einklang mit der Natur wirkten. Einzig der Küchenchef dazu fehlte“, schildert Grüner im „Tiroler Krone“-Gespräch. Wie so oft im Leben brachte ihn der Zufall zu Nicolai Eichberger, einem gebürtigen Innsbrucker mit einer beeindruckenden Vita.

Giovanni Franzoni, der sich im Vorjahr zum Kitzbühel-Sieger krönte (2. von links), war bereits ...
Giovanni Franzoni, der sich im Vorjahr zum Kitzbühel-Sieger krönte (2. von links), war bereits mit Teamkollegen zu Gast.(Bild: Nicolai Eichberger)
Franzoni genoss die Zeit im „Salig“.
Franzoni genoss die Zeit im „Salig“.(Bild: Nicolai Eichberger)
Unfassbar konzentriert bereitet das Team die jeweiligen Gänge zu.
Unfassbar konzentriert bereitet das Team die jeweiligen Gänge zu.(Bild: Benedikt Hoehny)

Ein besonderer Wunsch als Kind ans Christkind
„Da es mit der Medizin-Aufnahmeprüfung nicht geklappt hat, begann ich ein Chemie- und Physikstudium – und wurde schließlich von meiner Familie gefragt, warum ich denn nicht Koch werden möchte“, erzählt Eichberger. Eine berechtigte Frage: „Ich habe schon als Kind gerne gekocht und mir vom Christkind einen Räucherofen gewünscht“, verrät er. Aus dieser Idee reifte allmählich ein Entschluss: Im Restaurant Sitzwohl in Innsbruck startete der Tiroler schließlich eine Lehre, die er erfolgreich abschloss.

Zitat Icon

Wir interpretieren die alpine Küche völlig neu. Naturverbundenheit ist uns dabei sehr wichtig.

Küchenchef Nicolai Eichberger

„Dann ging meine Reise weiter in Richtung Sterne-Gastronomie. Wertvolle Erfahrungen sammelte ich zunächst im renommierten Restaurant Ox & Klee in Köln. Dort habe ich mich vom Jungkoch zur Führungskraft hochgearbeitet“, schildert er. Es folgten Stationen im Geranium und Alchemist in Kopenhagen, im Rutz in Berlin sowie zuletzt bei Konstantin Filippou in Wien. Durch einen Freund kam folglich der Kontakt zu Matthias Grüner zustande – und das kulinarische Konzept von Eichberger passte wie die Faust aufs Auge zum Restaurantnamen „Salig“.

Zitat Icon

Nach einigen Stationen im Ausland bin ich nun wieder in meiner Heimat zurück – und ich bin glücklich darüber. Denn hier ist nun alles stimmig für mich.

Küchenchef Nicolai Eichberger

Ein mystisches Ambiente
Seit April 2025 entwickelte er dieses mit seinem Team, das aus vier Köchen und einem Sommelier, der serviert, besteht. Ab November kommt eine Servicekraft hinzu. Und der ehemalige Frühstücksraum wurde aufwendigst und professionell umgestaltet: Die Raumgestaltung ist von der Natur inspiriert – mit mystischem Licht, Farnen, Moosen und filigranen Details, die in Handarbeit Strang für Strang arrangiert wurden. Die Möbel zeugen ebenfalls von höchster Qualität.

„Wir interpretieren die alpine Küche völlig neu. Naturverbundenheit ist uns dabei sehr wichtig: Wir verwenden ausschließlich Zutaten aus dem Alpenraum und sammeln diese teils selbst im Wald“, erläutert der Tiroler, „traditionelle Verfahren wie Fermentieren, Räuchern, Einlegen und Reifen befinden sich ebenfalls im Fokus. Daraus entstehen Gerichte mit überraschenden Geschmackskombinationen.“

Viele außergewöhnliche Kreationen entstehen im „Salig“.
Viele außergewöhnliche Kreationen entstehen im „Salig“.(Bild: Benedikt Hoehny)
Passend dazu das Ton-Geschirr, das selbst kreiert wird
Passend dazu das Ton-Geschirr, das selbst kreiert wird(Bild: Benedikt Hoehny)

Es gibt zwei Menülinien: Neun oder zwölf Gänge
Davon konnte sich die „Krone“ bei der Eröffnung selbst überzeugen – im Beisein wiederum der drei saligen Frauen. Denn man wählte zwischen zwei Menülinien: Ambeth, einer vegetarischen Naturküche, und Borbeth, die Fleisch und Fisch mit alpinen Produkten kombiniert. Prinzipiell werden beide Menüs als neungängiger „Mythos“ oder als zwölfgängiges „Epos“ serviert. Die passende Wein- oder alkoholfreie Getränkebegleitung trägt den Namen Wilbeth. „Alle Getränke ohne Alkohol produzieren wir selbst“, so der Küchenchef.

Im Laufe des Abends realisierte man immer besser, worauf Eichberger abzielt. Es geht nicht nur ums Kulinarische, sondern auch um den Service, das Ambiente und die Gastfreundschaft – das alles abgestimmt auf einem hohen Niveau. Viel Zeit muss man dafür mitbringen. „Wir möchten das Konzept des ,Fine Dining’ ins 21. Jahrhundert holen – es deutlich jünger und lockerer umsetzen“, klärt er auf.

Kulinarischer Luxus auf höchstem Niveau
Kulinarischer Luxus auf höchstem Niveau(Bild: Benedikt Hoehny)
Die Raumgestaltung ist von der Natur inspiriert.
Die Raumgestaltung ist von der Natur inspiriert.(Bild: Benedikt Hoehny)

36 Sitzplätze, nur eine Tischbelegung pro Abend
Alle Gerichte und ihre Herkunft werden persönlich am Tisch erklärt. Jeder Gang wird in eigens dafür kreiertem Ton-Geschirr serviert, das die Mutter von Eichberger – sie ist Töpferin – selbst hergestellt hat. Mit insgesamt 36 Sitzplätzen und nur einer (!) Tischbelegung pro Abend setzt der kreative Kopf auf eine persönliche Atmosphäre. „Unser deklariertes Ziel ist es, unsere Gäste rundum glücklich zu machen. Dafür werden wir alles geben.“

Die Öffnungszeiten sind ebenfalls unkonventionell. Das Restaurant ist montags bis freitags geöffnet, Samstag und Sonntag bleibt es geschlossen – um die Mitarbeiter, wie Eichberger sagt, längerfristig halten zu können. Nur wenige Ausnahmen werden gemacht – wie am Samstag im Zuge des Skiweltcup-Openings.

Die italienische Ski-Nationalmannschaft fand bereits Gefallen am „Salig“. „Rund 40 Personen dinierten vor Kurzem bei uns – darunter auch Giovanni Franzoni, der Kitzbühel-Sieger von 2026“, verkündet Eichberger voller Stolz.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Tirol

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung