Härte angekündigt

Macron wirft Ultralinken Umsturzversuch vor

Außenpolitik
22.10.2026 14:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist die Sachlage klar: Nicht radikale Islamisten oder Migranten waren für die Gewaltexzesse am vergangenen Wochenende verantwortlich, sondern ultralinke Gruppierungen. Sie hätten einen Umsturzversuch gewagt, so Macron am Donnerstag nach einem Treffen mit Vertretern der Geheimdienste.

Die „organisierten“ Gruppen hätten „aufrührerische Handlungen“ von „äußerster Gefährlichkeit“ begangen und versuchten, „die Republik zu Fall zu bringen“, sagte Macron am Donnerstag in Paris. Begangene Straftaten müssten mit „größter Härte“ geahndet werden, fügte er hinzu.

Vor den am Samstag geplanten neuen Protesten in Frankreich werde am Freitag unter seiner Leitung eine Sitzung des Verteidigungsrates mit mehreren Ministern stattfinden, kündigte Macron an. Dabei sollten „weitere Entscheidungen“ getroffen werden, sagte der Präsident.

Die Wut ist groß in Frankreich. Am Wochenende soll es wieder zu Protesten kommen.
Die Wut ist groß in Frankreich. Am Wochenende soll es wieder zu Protesten kommen.(Bild: AFP/ED JONES)

Am Samstag dürften nur von Gewerkschaften organisierte Kundgebungen stattfinden, fügte er hinzu. Zudem würden die Behörden in diesem Fall „alternative Routen vorschlagen, um unsere Innenstädte zu schützen, und vor allem unsere Geschäfte und unsere öffentlichen Gebäude“.

Gewerkschaft ruft zu Generalstreik auf
Unterdessen rief Frankreichs Gewerkschaftsbund CGT zu einem Generalstreik am 5. November auf. Bei einem „erfolglosen Treffen“ am Mittwoch sei Premier Sébastien Lecornu auf die Forderungen der Gewerkschaften und der Demonstranten vom Wochenende in keiner Weise eingegangen, hieß es. Jetzt sei die Zeit für Streiks gekommen. Das Land befinde sich in einer Krise, die soziale Lage habe sich für eine Mehrheit der Bevölkerung klar verschlechtert.

Am Wochenende war es in Frankreich am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt.

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