Österreich übernimmt 2027 den Vorsitz des Berlin-Prozesses und drängt auf spürbare Fortschritte bei der EU-Annäherung des Westbalkans. Günstigeres Telefonieren und einfachere Banküberweisungen sollen der Bevölkerung rasch nützen. Doch der wichtigste Schritt muss aus der Region selbst kommen.
Ein Schritt über eine Grenze kann Leben verändern. Für Millionen Menschen auf dem Westbalkan und ihre Angehörigen in der Europäischen Union sind es jedoch oft bürokratische Hürden und teure Gebühren, die den Alltag belasten. Beim Gipfeltreffen des Berlin-Prozesses in Montenegro verlangte Bundeskanzler Stocker ein rasches Umdenken. Österreich übernimmt 2027 den Vorsitz der Initiative: „Das zeigt: Wir sind ein verlässlicher Partner des Westbalkans und damit für Sicherheit und Stabilität in Europa“, betonte der Kanzler.
Der 2014 ins Leben gerufene Berlin-Prozess soll die europäische Integration beschleunigen und vor Ort spürbare Vorteile bringen. Dazu fordert Wien den Beitritt der sechs Staaten zum Zahlungsraum SEPA sowie zur EU-Roamingzone. Mit Blick auf die Gebühren stellte Stocker klar: „Es ist nicht erklärbar, warum die sechs Staaten des Westbalkans schlechter gestellt sein sollen als die Ukraine oder Moldau.“
Besondere Hoffnungen ruhen auf dem Gastgeberland. Mit Blick auf Montenegro sagte der Kanzler: „Erstmals seit 2013 steht ein neues EU-Mitglied in Reichweite. Österreich unterstützt Montenegro voll auf den letzten Metern.“ Ein Beitritt wäre Ansporn für die gesamte Region und ein wichtiger Beleg für die Glaubwürdigkeit der EU. „Das Versprechen von Thessaloniki vor 23 Jahren muss endlich eingelöst werden.“
Zudem setzt Österreich bei seinem Vorsitz auf die Jugend, um historische Gräben zu überwinden. Der Kanzler betont jedoch, dass der Anstoß nicht nur von außen kommen kann: „Österreich hat ambitionierte Ziele. Den entscheidenden Schritt muss die Region aber selbst gehen.“
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