Treffen eskalierte

Böses Erwachen für Kiew: „Angefühlt wie Falle“

Außenpolitik
11.10.2026 10:29

Der Diesel-Deal zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin sorgt in der Ukraine für Fassungslosigkeit. Jetzt enthüllen Berichte, dass ein Treffen zwischen den USA und der Ukraine komplett eskalierte. Hochrangige Beamte sprechen von einer „Falle“ und verheerenden Drohungen der USA.

Eine ukrainische Delegation war in die USA gereist, um ein mögliches Kriegsende zu erörtern. Doch vor Ort gingen die Gespräche in eine für Kiew völlig unerwartete Richtung: „Es fühlte sich an wie eine Falle“, berichtet ein hochrangiger ukrainischer Beamte der Zeitung „Kyiv Independent“.

Bei dem Treffen in Miami am Freitag überraschten die US-Verhandler Steve Witkoff und Jared Kushner die Ukrainer mit der Ankündigung, dass Trump mit Putin den Diesel-Deal abgeschlossen habe. „Ehrlich gesagt, waren wir alle verdammt geschockt“, sagt der ukrainische Beamte.

USA drohen Ukraine Konsequenzen an
Seit Monaten attackieren ukrainsiche Drohnenschwärme gezielt russische Öl-Raffinerien, um Putins Kriegswirtschaft zu schwächen. Und das höchst erfolgreich. Jetzt verlangen die USA aber, dass diese Angriffe aufhören. „Das war eine nachdrückliche Forderung des US-Präsidenten“, erinnert sich ein Beamter.

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Es war einfach so, dass wir alle wie die Narren dasaßen.

Hochrangiger ukrainischer Beamter zum Treffen mit den USA

Falls die ukrainischen Attacken weitergehen, könnten die USA aufhören, Geheimdienstinformationen mit den Ukrainern zu teilen, drohten Witkoff und Kushner bei dem Treffen an, wie die „Financial Times“ unter Berufung auf Gesprächsteilnehmer berichtet. Das wäre ein harter Schlag. Die Ukraine nutzt die US-Daten, um die Gegenangriffe auf Russland durchzuführen. Die USA liefern zudem Informationen zu Truppenbewegungen und unterstützen beim Abfangen und Auswerten feindlicher Kommunikation.

Reise abgebrochen
„Es war einfach so, dass wir alle wie die Narren dasaßen“, berichtet der ukrainische Beamte von den Verhandlungen. Das Gespräch eskalierte so weit, dass die Delegation aus Kiew Konsequenzen zog und vorzeitig abreiste, statt die US-Verhandler ein zweites Mal zu treffen. Am Samstag forderte Trump dann, dass Wolodymyr Selenskyj als Staatschef abgelöst werden soll. Damit ist die neue Eiszeit zwischen Washington und Kiew perfekt.

US-Präsident Donald Trump (rechts) will Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj loswerden.
US-Präsident Donald Trump (rechts) will Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj loswerden.(Bild: Präsidialamt der Ukraine)

Trumps Kehrtwende
Bereits kurz nach der Verkündung des Diesel-Deals mit Russland, waren sich Experten sicher, dass der US-Präsident wieder eine massive Kehrtwende zugunsten Moskaus vollzogen hatte. Jeder Angriff gegen russische Öl-Raffinerien könne nun als Attacke gegen US-Interessen gewertet werden. Für Putin ist das ein enormer strategischer Vorteil.

Schnell machten auch Sündenbock-Szenarien die Runde: „Einerseits mache ich mir auch Sorgen, dass Trump die Ukraine für die Dieselpreise verantwortlich machen wird. Andererseits sehe ich nicht, dass Trump tatsächlich russische Diesel-Exporte verfolgt. Er wollte einfach nur die große Ankündigung. Er kümmert sich normalerweise nicht darum, was danach passiert“, erklärte der Analyst Janis Kluge auf der Plattform X.

Genau das trat kurz nach der Verkündung des Deals mit Putin auch ein. „Er will unseren Landwirten und Viehzüchtern Probleme mit Dieselkraftstoff bereiten, denn Russland liefert einen großen Teil des Dieselkraftstoffs weltweit“, warf Trump am Samstag Selenskyj vor. Denn für Frieden wolle nur Russland sorgen. In gleich mehreren Stellungnahmen bedankte sich der „Commander-in-Chief“ vor laufenden Kameras bei Putin für seinen „Einsatz“.

Trump auf Stimmenfang
Damit will der US-Präsident offenkundig bei seinen Wählern punkten. Der Anstieg des Dieselpreises sorgt vor den US-Kongresswahlen am 3. November für erheblichen Unmut in der Bevölkerung. Dass vor allem Trump selbst mit seinem Angriff auf den Iran dazu beigetragen hat, spart er gerne aus. Die Dieselpreise sind in den USA infolge seines Krieges seit Ende Februar um 67 Prozent gestiegen. Trumps Republikanische Partei befürchtet, dafür bei den Wahlen abgestraft zu werden und ihre Kongressmehrheit zu verlieren.

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