„Krone“-Umfrage zeigt:

Kickl ist schon stärker als ganze Dreier-Koalition

Innenpolitik
11.10.2026 06:30

Nach der Krise in der SPÖ steht die Koalition am Abgrund. Eine neue „Krone“-Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel orten bereits dadurch entstandene Schäden, den Landeshauptleuten drohen „Denkzettel-Wahlen“ – und nur mehr 51 Prozent sind gegen vorgezogene Neuwahlen.

Die Koalitionäre machten nicht einmal einen Hehl daraus: Österreichs erste Dreier-Regierung wurde gebildet, um Wahlsieger Herbert Kickl (FPÖ) als Bundeskanzler zu verhindern. Das türkis-rot-pinke Bollwerk gegen Blau hat aber längst zu bröckeln begonnen.

Eine von der „Krone“ in Auftrag gegebene und dem Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) durchgeführte Umfrage zeigt jetzt, dass Kickl bei einer fiktiven Nationalratswahl mehr Wähler erreichen würde als die drei Koalitionäre zusammen (siehe Grafik unten).

„Drei Regierungsparteien haben weniger Prozent als die FPÖ allein – mehr muss man über den Zustand dieser Koalition nicht wissen“, erklärt IFDD-Chef Christoph Haselmayer.

Babler führte die SPÖ zwar zurück in die Regierung – aber auch auf einen Wert von nur 13 ...
Babler führte die SPÖ zwar zurück in die Regierung – aber auch auf einen Wert von nur 13 Prozent.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Zwei Drittel orten politischen Schaden
In den Umfragedaten zeigt sich, dass die jüngste SPÖ-Sinnkrise rund um Andreas Bablers Abgang auf Raten allen Regierungsparteien Stimmen kosten würde. 65 Prozent, also fast zwei Drittel der Befragten, orten einen politischen Schaden, der sich in den Zahlen abbildet:

  • ÖVP stürzt wieder ab: Die ÖVP, die sich zuletzt in den Umfragen über 20 Prozent stabilisiert hatte, fällt unter die 20-Prozent-Marke zurück. Im Vergleich zur Nationalratswahl liegt das Minus der ÖVP schon bei sieben Prozentpunkten.
  • NEOS verlieren mit: Auch die Pinken büßten zwei Prozentpunkte ein.
  • Rot hinter Grün: Durch die aktuelle Schwäche der SPÖ ist links wieder viel Platz. Das nützt vor allem den Grünen, sie würden die Roten links überholen.
  • KPÖ im Nationalrat: Aber auch die Kommunisten profitieren von der gegenwärtigen Situation, sie würden es derzeit mit fünf Prozent in den Nationalrat schaffen.
(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Ohnehin stellt sich nach dem SPÖ-Chaos die Frage, wann die nächsten Nationalratswahlen stattfinden. Wie berichtet, liebäugeln Teile in der ÖVP bereits mit einem Wahltermin Ende Jänner.

Landeschefs drohen jetzt „Denkzettel-Wahlen“
Entscheiden dürften darüber die mächtigen ÖVP-Landeschefs in Tirol, Nieder- und Oberösterreich. Und die sollten sich das gut überlegen. 61 Prozent gaben an, dass die Arbeit der Bundesregierung ihr Wahlverhalten bei den nächsten Landtagswahlen beeinflussen werde. 72 Prozent rechnen gar damit, dass die Landeschefs für die Bundespolitik abgestraft werden.

Nur mehr hauchdünne Mehrheit gegen Neuwahlen
ÖVP-Chef Christian Stocker meinte im „Krone“-Interview lediglich, dass er Neuwahlen „aktuell“ nicht sehe. Auch die Österreicher haben ein nicht gerade deutliches Meinungsbild. Nur 51 Prozent – die kleinstmögliche Mehrheit – der Befragten, spricht sich dagegen aus. 44 Prozent sind dafür, fünf unentschlossen. Am beliebtesten wären Neuwahlen bei den Wählern von Blau und Grün …

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