Übernahme durch JD.com

Mediamarkt-Kauf: Österreich gibt grünes Licht

Wirtschaft
09.10.2026 16:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der chinesische Online-Riese JD.com erhält nach grünem Licht aus der EU nun auch vom österreichischen Wirtschaftsministerium unter Auflagen die Freigabe für die Übernahme der deutschen MediaMarkt-Mutter Ceconomy. Zuvor hatte die Behörde den Deal aus Datenschutz- und Sicherheitsbedenken geprüft.

Die geplante Übernahme werde an konkrete Sicherheitsvorkehrungen geknüpft, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmansdorfer – vorrangig an Auflagen für Kundendaten, Logistikketten und sicherheitsrelevante Personalentscheidungen. Es seien „strenge Auflagen“, Österreich müsse „gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen unsere Souveränität schützen“.  Mehr Details zu den Auflagen nannte das Ministerium, das für die Investitionskontrolle zuständig und aus diesem Grund mit der Transaktion befasst ist, mit Verweis auf die Gesetzeslage nicht.

Die deutsche Elektrokette MediaMarkt ist die größte Fachmarktkette für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte in Europa und Österreich. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 erzielte MediaMarkt mit 56 Standorten hierzulande einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro und beschäftigte rund 2400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Entscheidung der EU-Kommission soll bis 4. November fallen
Die EU-Kommission prüft die geplante Übernahme seit Längerem. In der Vorwoche stimmte sie laut einem Insider der Transaktion nach eingehender Prüfung zu, nachdem der Online-Riese demnach neue Zugeständnisse gemacht hatte. Eine offizielle Entscheidung steht noch aus und soll bis zum 4. November fallen.

JD.com würde durch die Übernahme Zugriff auf große Online-Shops sowie über 1000 Filialen erhalten und könnte dann im Wettbewerb mit Alibaba oder Amazon das Europageschäft ausbauen. Was die Übernahme für Kunden bedeuten würde, hat der Chef von Ceconomy, Remko Rijnders, der „Krone“ im August verraten, als auch die Pläne für die Mini-Filial-Offensive bekannt wurden.

Ceconomy beschäftigt noch rund 48.000 Menschen, etwa 17.000 davon in Deutschland. JD.com will die Düsseldorfer Holding im Fall einer Übernahme zudem von der Börse nehmen. Ceconomy wird bei der Transaktion mit rund 2,2 Milliarden Euro bewertet.

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