Gruselige Hommage

Wiener Kultkino wird als Tor ins Jenseits verewigt

Wien
09.10.2026 16:00

Seit Jahren schreibt der Wiener Michael Blihall Heftromane, von Jerry Cotton abwärts. Sein wachsendes Renommee erlaubt ihm dabei immer mehr Freiheiten. Das nützt er jetzt für die wohl Wienerischste Geschichte in der Geschichte des großen deutschen Bastei-Verlags: mit dem Breitenseer Kino und seinen Betreibern als Hauptdarstellern.

Was vor sechs Jahren aus einer Laune heraus begann, beschäftigt den Wiener Michael Blihall inzwischen konstant: Er zählt schon länger zum fixen Autorenstamm der deutschen Bastei-Lübbe-Heftromane. Und immer mehr verleiht er ihnen eine österreichische Note: Zuletzt schickte er „G-Man“ Jerry Cotton nach Salzburg, die „Krone“ berichtete. Auch Wienerisches hat er schon in mehrere Romane hineingeschummelt, jetzt geht er aber aufs Ganze.

Der Horror wohnt in Penzing
Schon vor zwei Jahren hat Blihall den österreichischen Geisterjäger Martin Brauner in die Gespenster-Krimi-Reihe eingeführt. Er war bereits in Wien, der Steiermark und zu einem gruseligen Perchtenlauf in Tirol unterwegs, inzwischen verstärkt mit einem ganzen Team, den „Drudenfüßen von Wien“. Beim neuen Roman „Kino der verlorenen Seelen“, der am 7. November erscheint, wird es nun ganz konkret: Der Horror wohnt in den Breitenseer Lichtspielen, dem kultigen Traditionskino in Penzing.

Spukt es hier? Laut dem neuen Gespenster-Krimi: eindeutig ja.
Spukt es hier? Laut dem neuen Gespenster-Krimi: eindeutig ja.(Bild: Dieter Mattersdorfer)

Nicht nur das Kino, sondern auch seine beiden Betreiber Christina Nitsch-Fitz und Dieter Mattersdorfer werden in dem Roman porträtiert – neben einem unsichtbaren Publikum in den Sesselreihen und der Leinwand, die sich als Portal ins Jenseits entpuppt. Dass Blihall das Kino auf diese Art verewigt, ist kein Zufall: Er wohnt in der Nachbarschaft und hat schon mehrere Male Filmabende dort kuratiert. Das lassen er und die Kinobetreiber sich natürlich auch diesmal nicht entgehen.

Am 14. November lädt der Autor mit den Kino-Betreibern zum Grusel-Abend an den Ort des Geschehens. Nach einer Lesung aus dem Gespenster-Krimi Nummer 211 wird der Horror-Klassiker „Bis das Blut gefriert“ (The Haunting, 1963, Robert Wise) gezeigt. Im Ticketpreis (Vollpreis 12 €, ermäßigt 10 €, mit BSL-Clubkarte 7 €) inkludiert ist außerdem ein druckfrisches Exemplar des Gruselromans, den Blihall nach der Filmvorführung auf Wunsch auch signiert – mit Begeisterung im wahrsten Sinn des Wortes.

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