Der Wiener Michael Blihall drückt Jerry-Cotton-Geschichten und anderen Heftromanen immer intensiver seinen rot-weiß-roten Stempel auf – ob nun in der Mozartstadt oder demnächst auch im Breitenseer Kino.
Seit Jahren schreibt der Wiener Michael Blihall Heftromane – von Gespenster-Krimis bis zu Dr. Stefan Frank. Immer mehr drückt er den Geschichten dabei einen rot-weiß-roten Stempel auf. Sogar Falco und das Donauinselfest wurden schon verewigt (die „Krone“ berichtete). So viel Österreich wie jetzt durfte Blihall aber noch nie in eine Geschichte einbauen: Zwei Romane lang wird FBI-Agent Jerry Cotton nach Salzburg geschickt.
Wiener Lesern könnte vieles bekannt vorkommen
Die Idee dafür kam vom Bastei-Verlag, weil der deutschsprachige Krimiautoren-Branchentreff „Criminale“ heuer in Salzburg stattfand und dort auch das diesjährige 70-jährige Jubiläum der Kultfigur Jerry Cotton gefeiert wurde. „Die Redaktion rief mich an und fragte mich, wie gut ich mich in Salzburg auskenne“, schildert Blihall. „Meine Antwort darauf war, dass ich mich in Salzburg bestimmt besser auskenne, als in Manhattan, wo ja immerhin die meisten Cotton-Romane spielen.“
So darf der „G-Man“ nun in der Getreidegasse und auf dem Domplatz ermitteln, und das natürlich während einer „Jedermann“-Aufführung. Österreichischen Lesern könnten aber noch ein paar andere Dinge bekannt vorkommen – nota bene die berüchtigte „Lucona“-Affäre um Versicherungsbetrug, Udo Proksch und politische Verwicklungen im Jahr 1977, die Blihall als Inspiration diente.
Bald geistert es im Breitenseer Kino
Nach der Präsentation in Salzburg will der Wiener Blihall seine Eroberung der Jerry-Cotton-Reihe für Österreich auch in seiner Heimatstadt noch gebührend feiern. Das tut er am Donnerstag in den Breitenseer Lichtspielen (19 Uhr, 14., Breitenseer Straße 21). Nach einer Lese-Kostprobe aus dem Salzburg-Krimi wird „Mordnacht in Manhattan“ aus dem Jahr 1965 gezeigt, als Jerry Cotton noch für volle Kinosäle gut war.
Blihall fühlt sich dem Traditionskino unweit seiner Schreibwerkstatt schon länger verbunden: Immer wieder kuratiert er dort auch Vorstellungen von Horror-Klassikern wie „Tarantula“ oder „Die Rache der Pharaonen“. Und wie er der „Krone“ verrät, wird er auch Wiens ältestes Kino demnächst per Heftroman verewigen. Eine Gruselgeschichte soll es werden: „Das Kino ist inzwischen 121 Jahre alt. Wenn es irgendwo von Gespenstern wimmelt, dann doch wohl hier.“
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