WKO-Dilemma

Gekündigt! Jetzt Ärger über strikten Sparkurs

Burgenland
08.10.2026 05:30

In der Bundesorganisation der Wirtschaftskammer rumort es. Wie angekündigt, werden viele Jobs drastisch gestrichen. Die Reaktionen betroffener Mitarbeiter fallen heftig aus.

In der Bundeskammer der WKO wird der Rotstift angesetzt. Schon vor dem Sommer hatte Präsidentin Martha Schultz im Rahmen eines weitreichenden Sparprogrammes den Abbau von 200 der 800 Stellen angekündigt. „Jeder vierte Job weg“, war eine harte Ansage für die Belegschaft. Wie berichtet, sind im September die betroffenen Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet worden.

„Das war ein Schlag mitten ins Gesicht“, beklagt ein Leidtragender aus dem Burgenland, der aus Sorge vor Konsequenzen anonym bleiben will. Er ist bitter enttäuscht. So wie viele andere, die überraschend ihren Job verlieren, hat er mehr als 30 Jahre in einer wichtigen Kammerfunktion die Geschicke geleitet: „Und jetzt werden wir einfach abserviert! Das ist der Dank für alles.“

Jobverlust lässt finanzielle Nachteile befürchten
Innerhalb der WKO wurde betont, den Jobabbau sozialverträglich zu gestalten. „In diesem Dilemma geht es jedoch nicht allein um Abfertigungen, die durch einen sogenannten Sozialplan einigermaßen akzeptabel abgefedert werden, sondern vielmehr um die persönlichen Schicksale, die diese einschneidende Kündigungswelle zu verantworten hat“, merkt ein Insider aus dem Bezirk Baden (NÖ) an.

Kritik richtet sich ebenso gegen einen schleppenden Informationsfluss, der durchaus mit finanziellen Nachteilen für Betroffene verbunden sein könnte, wie hinter vorgehaltener Hand die Runde macht. Offiziell wird festgehalten, dass im Sozialplan fast alle Abteilungen einbezogen seien. „Die Bundes-WKO befindet sich im Ausnahmezustand“, wie ein Beschäftigter mit ernster Miene kommentiert.

„Mit fast 60 bin ich kaum mehr vermittelbar“
Hart trifft der Sparkurs vor allem jene, die ihren Job in der Bundeskammer schon lange ausüben und nun Mitte 50 oder noch älter sind. „Ich habe in ein paar Monaten meinen 60. Geburtstag und werde keine neue Beschäftigung finden. Ich bin auf dem Arbeitsmarkt kaum noch vermittelbar“, gesteht sich ein WKO-Mitarbeiter ein.

Mit der kniffligen Frage zum Schluss: „Warum werden so viele Mitarbeiter einfach entlassen, obwohl wirtschaftlich kein Anlass dazu besteht, wenn stets von jährlichen Milliarden-Einnahmen durch zwangsbeglückte Mitgliedsunternehmen die Rede ist?“ 

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