Ex-Prinz vor Anhörung

Andrew verklagt Polizei wegen Epstein-Razzien

Royals
05.10.2026 08:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Andrew Mountbatten-Windsor geht nach seiner Festnahme wegen des Epstein-Skandals juristisch gegen die Polizei vor. Sein Anwaltsteam stellt die Rechtmäßigkeit der Durchsuchungen auf Sandringham und in der Royal Lodge infrage. Jetzt muss sich der High Court mit den umstrittenen Ermittlungen befassen.

Nach seiner spektakulären Festnahme im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um die Epstein-Akten geht der 66-Jährige nun überraschend selbst juristisch gegen die britische Polizei vor. 

Wie der britische  „Telegraph“ berichtet, bringt Andrew die Thames Valley Police vor Gericht. Im Zentrum stehe die Frage, ob die Ermittler die nötigen Voraussetzungen für die Durchsuchungen seiner Anwesen erfüllt hatten, als sie an seinem 66. Geburtstag vor seiner Tür standen.

Für den ehemaligen Royal geht es dabei um weit mehr als um ein paar beschlagnahmte Gegenstände. Die Razzien fanden ausgerechnet auf königlichem Grund statt – auf dem Sandringham-Anwesen in Norfolk und in der Royal Lodge in Windsor, Andrews früherem Zuhause. 

Polizei durchsuchte königliche Anwesen
Die Ermittler hatten Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt und Andrews Räumlichkeiten durchsucht. Dabei wurden Dokumente und weitere Gegenstände sichergestellt, die für die laufenden Ermittlungen von Bedeutung sein könnten.

Die Marsh Farm auf dem königlichen Landsitz Sandringham. Hier wurde der ehemalige Prinz Andrew ...
Die Marsh Farm auf dem königlichen Landsitz Sandringham. Hier wurde der ehemalige Prinz Andrew an seinem 66. Geburtstag verhaftet.(Bild: APA-Images / PA / Joe Giddens)

Andrews Anwälte wollen die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen bereits vor Monaten gerichtlich überprüfen lassen. Ein Richter des High Court gab dem Antrag nun statt.  Nach Informationen des „Telegraph“ soll noch in dieser Woche eine nicht öffentliche Anhörung vor dem High Court stattfinden. 

Festnahme an seinem 66. Geburtstag
Der ehemalige Duke of York war im Februar ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag festgenommen worden. Die Polizei nahm ihn auf einer Farm in Norfolk fest und brachte ihn anschließend rund 65 Kilometer weiter zur Polizeistation in Aylsham.

Dort wurde der ehemalige Royal fast zwölf Stunden lang verhört. Der Vorwurf lautet auf mögliches Fehlverhalten im öffentlichen Amt. Andrew kam anschließend wieder auf freien Fuß. Ermittlungsergebnisse wurden bisher nicht bekannt.

„Wie in einem Schwebezustand“
 Freunde des Royals ließen britischen Medien gegenüber durchblicken, dass Andrew vermutet, dass der Zeitpunkt der Festnahme bewusst geplant worden sei, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Ob auch dies Thema der Verhandlung sein könnte, ist unklar.

Andrew fühle sich seit der vorübergehenden Festnahme „wie in einem Schwebezustand“. Die Farm auf dem Sandringham-Anwesen, in der er legt, sei mittlerweile eine Art Versteck, in dem er komplett zurückgezogen lebe. Erst in letzter Zeit sollen adelige Nachbarn begonnen haben, ihn manchmal zum Abendessen einzuladen.

Was Andrew mit Epstein zu tun haben soll
Ausgangspunkt der Ermittlungen sind Veröffentlichungen aus den sogenannten Epstein-Akten. Darin geht es unter anderem um den Vorwurf, Andrew habe während seiner Zeit als britischer Handelsbeauftragter sensible Informationen an Jeffrey Epstein weitergegeben.

Der US-Finanzier und verurteilte Sexualstraftäter hatte über Jahre Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel.

Andrew auf einem in den Epstein-Akten gefundenen Fotos.
Andrew auf einem in den Epstein-Akten gefundenen Fotos.(Bild: U.S. Department of Justice)

Im Fall Andrew geht es nach den bisherigen Vorwürfen unter anderem um Informationen über Reisen nach Hongkong, Singapur, Vietnam und China. Außerdem steht der Verdacht im Raum, dass Epstein vertrauliche Angaben über mögliche Investitionsmöglichkeiten in der afghanischen Provinz Helmand erhalten haben könnte.

Andrew bestreitet seit Jahren, in die kriminellen Machenschaften Epsteins verwickelt gewesen zu sein. 

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