Britische Medien entdeckten in den Epstein-Files E-Mails, die nahelegen, dass der frühere Handelsbeauftragte seinem Freund Jeffrey Epstein vertrauliche Dokumente weitergeleitet hatte. Wie die „Daily Mail“ berichtete, soll nun sogar die Polizei gegen den 65-Jährigen ermitteln. König Charles III. will die Polizei bei etwaigen Ermittlungen unterstützen.
Die Epstein-Akten bringen weitere brisante Informationen über den britischen Ex-Prinzen Andrew ans Licht. Demnach bestätigte die Polizei gegenüber der „Daily Mail“, dass sie gegen Ex-Prinz Andrew wegen des Verdachts ermittle, dass der ehemalige Herzog von York vertrauliche Berichte aus seiner Zeit als britischer Handelsgesandter an Jeffrey Epstein weitergegeben habe. Zuvor hatte die Anti-Monarchie-Gruppe Republic den Ex-Prinzen bei der Polizei angezeigt.
Die E-Mails aus den Epstein-Akten, die teils im Dezember 2010 und Anfang 2011 versendet wurden, untergraben zudem die Behauptungen Andrews, den Kontakt zu Jeffrey Epstein zuvor abgebrochen zu haben.
Vertrauliche Berichte weitergegeben
Der US-Multimillionär, der jahrelang einen Missbrauchsring betrieb, dem Dutzende junge Frauen und Mädchen zum Opfer fielen, war damals bereits wegen der Prostitution einer Minderjährigen verurteilt.
Zu den weitergegebenen Dokumenten gehören Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur in Andrews Rolle als Handelsbeauftragter der britischen Regierung. Auch eine Analyse zu Investitionsmöglichkeiten in Afghanistan landete in Epsteins E-Mail-Postfach. Ob sich Andrew damit tatsächlich strafbar gemacht haben könnte, war zunächst unklar.
König Charles will mit Polizei kooperieren
Die Verwicklung Andrews in den Epstein-Skandal macht auch zunehmend anderen Royals zu schaffen: Als Andrews älterer Bruder, König Charles III., am Montag der nordwestenglischen Grafschaft Lancashire einen Besuch abstattete, rief ihm ein Mann zu: „Wie lange wussten Sie über Andrew Bescheid?“ Es war bereits der zweite öffentliche Auftritt des Königs, der von einem Zwischenruf zu dem Thema gestört wurde.
Nun will König Charles die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen den früheren Prinzen Andrew unterstützen, wie der Buckingham-Palast mitteilte. Der König habe seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe hinsichtlich des Verhaltens seines Bruders bereits durch Worte und ein beispielloses Vorgehen deutlich gemacht, sagte ein Sprecher. „Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört.“ Die Gedanken und Sympathien des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs, hieß es in der Mitteilung.
Millionenschwerer Vergleich
Andrew, der jahrelang mit Epstein befreundet war, streitet jegliche Kenntnis oder gar Beteiligung an den Taten des 2019 gestorbenen US-Multimillionärs ab. Eines der Epstein-Opfer, Virginia Giuffre, warf Andrew vor, sie mehrmals missbraucht zu haben, unter anderem als sie noch minderjährig war. Obwohl Andrew die Vorwürfe strikt zurückwies, einigte er sich mit der inzwischen verstorbenen Giuffre in einem US-Zivilprozess auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.
Titel und Ehren aberkannt
Der jüngere Bruder des Königs verlor im Laufe der Zeit durch die Vorwürfe sowohl seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses als auch alle Ehren, militärische Ränge und Titel. Zuletzt wurde ihm von Charles auch der durch Geburt erworbene Titel „Prinz“ aberkannt. Er heißt nun nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Zudem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.
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