Rund 42.000 Burgenländer müssen für ihre täglichen Einkäufe bereits in andere Orte ausweichen. Der Lebensmittelhandel warnt vor weiteren Schließungen und fordert rasche Hilfe für gefährdete Standorte.
Der Greißler verschwindet hierzulande aus immer mehr Orten. 52 der 171 Gemeinden haben bereits kein Lebensmittelgeschäft mehr. Rund 42.000 Menschen müssen für Dinge des täglichen Bedarfs in eine andere Ortschaft fahren.
Wer kein Auto hat, steht damit vor einem Problem. Und weitere Standorte könnten folgen. „Wir dürfen nicht warten, bis der letzte Greißler zusperrt. Hilfe muss kommen, solange sie einen Standort noch retten kann“, warnt Obmann Manfred Moyses. Der Lebensmittelhandel fordert deshalb ein Comeback der Nahversorgerförderung. Geld soll es für Investitionen, Betriebsübernahmen, Personal und laufende Kosten geben, Vorrang für Orte ohne Alternative. Denn mit jedem Geschäft gehen auch Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und ein Treffpunkt verloren.
Wo sich ein klassischer Greißler nicht mehr rechnet, sollen Selbstbedienungsläden, Verkaufswägen, Markttage, Abholstationen oder Lieferdienste einspringen. Post, Trafik, Bankservice oder Café könnten zusätzliche Einnahmen bringen. Auch Gemeinden sollen beim Ankauf und Umbau von Geschäftslokalen, bei der Betreibersuche oder eigenen Dorfläden unterstützt werden. „Es gibt kein Einheitsmodell für das Burgenland“, sagt Moyses.
Katalog mit Forderungen
Gefordert wird unter anderem ein gemeinsames Programm von Land, Gemeinden und regionalen Produzenten mit fixem Budget, klaren Zuständigkeiten und mehr Spielraum bei Öffnungszeiten und Genehmigungen. Die Devise: handeln, bevor im nächsten Ort die Rollläden unten sind.
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