Dom Museum Wien

Was Tiere über die Natur des Menschen erzählen

Kultur
04.10.2026 07:00

Das Dom Museum Wien beschäftigt sich in der großen Herbstschau „tierisch menschlich“ mit einer höchst komplexen Beziehung. 

Katze kosen und Kälber essen, Hunde hätscheln und Rehe schießen. Die Beziehung Mensch und Tier ist ambivalent – und sagt mehr über die Natur des Menschen aus als über die der Tiere. Das Dom Museum Wien hat sich diese vielfältigen Verhältnisse näher angesehen und in der feinen Schau „tierisch animalisch“ verpackt.

Die bunte Sammlung an Werken aus 700 Jahrhunderten wirkt nur auf den ersten Blick beliebig. Auf den zweiten erzählt jedes einzelne eine lohnende Geschichte über das Miteinander und Gegeneinander der Spezies. Geschärft wird in den subtilen Gedankenanregungen stets das Selbstbild des Menschen.

„Mops“ von Norbertine Bresslern-Roth (1926)
„Mops“ von Norbertine Bresslern-Roth (1926)(Bild: Bildrecht, Wien 2026/L. Deinhardstein)
Fantasievolle kuschelige Woll-Skulptur: Guadalupe Salgade „Tlacuache“ (2024)
Fantasievolle kuschelige Woll-Skulptur: Guadalupe Salgade „Tlacuache“ (2024)(Bild: Bildrecht, Wien 2026/L. Deinhardstein)
Oskar Laske: „Die Fischpredigt des Sermon“ aus dem Jahr 1919
Oskar Laske: „Die Fischpredigt des Sermon“ aus dem Jahr 1919(Bild: Bildrecht, Wien 2026/L. Deinhardstein)

Der Hund – das beliebteste Tier der bildenden Kunst – und das Pferd tauchen in Porträts als treue Begleiter und vermenschlichte Wesen auf. Als Kontrast führt daneben VALIE EXPORT Peter Weibel an der Leine durch die Kärntnerstraße, zeigt Deborah Sengl ein Mäuselabor, in dem mit menschlichen Gliedmaßen experimentiert wird und porträtiert Carola Derting Schaben als Haustiere.

Dazu tauchen Ungeheuer und Schlangen als Symbole der Bedrohung auf, schwebt die Taube als Heiliger Geist durch sakrale Werke, grüßt ein 350 Kilo schwerer Wasserspeier vom Stephansdom.

Gejagt und eingesperrt
Auch die Rolle als Trophäe und Nutztier greift die Schau auf – in historischen Porträts samt Meerschweinchen oder Ölgemälden mit Pfauen und Papageien. Auch ein japanischer Nachtigallboden können Besucher zum Zwitschern bringen. Kurzweilig!

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