„Es hat noch nie ...“

Gates fürchtet Massensterben durch KI-Angriffe

Digital
28.09.2026 11:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Künstliche Intelligenz ist bereits jetzt die gefährlichste Waffe unserer Zeit. Das sagt zumindest Microsoft-Gründer Bill Gates in einem aufsehenerregenden Interview. Existenzielle Risiken seien real und „überhaupt kein Schwindel“ ...

Menschen mit „bösen Absichten“ könnten in der Theorie laut Gates bereits jetzt Ergeignisse auslösen, die bis zu einer Milliarde Tote fordern würden. Die KI sei in den falschen Händen „mächtig genug“, sagte der Tech-Gigant in der NBC-Sendung „Meet the Press“. Konkret erklärte er: „Es hat noch nie eine Waffe gegeben, die so mächtig war wie die Kombination aus Menschen mit bösen Absichten und den neuesten KI-Werkzeugen.“

Bereits jetzt könnten kleine Gruppen tun, was bisher nur den größten Staaten unter enormen Aufwand möglich war. Ohne staatlich verlangte Schutzmaßnahmen werde man „viele große negative Dinge“ erleben.

Gates „fassungslos“ über Kenntnisstand
Der Milliardär würde sich jetzt zu Wort melden, da er den Eindruck habe, dass vielen nicht bewusst sei, was dieses Jahr passiert sei. Das mache ihn „fassungslos“. Die Entwicklung der KI habe eine gefährliche Schwelle übersprungen – in diesem Zusammenhang nannte Gates Biowaffen- und Cyberangriffsfähigkeiten. Die Fähigkeit von KI, Netzwerke anzugreifen, sei seit diesem Jahr „profund“.

Er begrüße, dass die Branche das „fast gegen ihr eigenes Interesse“ eingesteht. Das Problem sei, dass der Rest der Welt es entweder abtue oder den aktuellen Wettbewerb als nationalistisches Rennen betrachte – und dabei auf Sicherheitsmaßnahmen pfeift. 

Regierungen tappen im Dunkeln
Von einem totalen Kontrollverlust sei die Menscheit zwar noch weit entfernt, es seien jedoch selbst Entwickler davon überrascht, wie autonom die KI jetzt schon arbeitet. Gates verlangt eingebaute Schutzmaßnahmen und Monitoring, also dass beobachtet und aufgezeichnet wird, was die KI tut.

Ohne das habe die Polizei bei Betrugsfällen oder Angriffen auf kritische Infrastruktur praktisch keinen Einblick. Das sei „super dringend“ und werde die Entwicklung nicht wesentlich bremsen. Die einzige Frage sei, ob man es vor oder nach großangelegten Cyber- oder Bioangriffen tue. Es sei „völlig unverantwortlich“, das nicht für jede KI vorzuschreiben. 

Ein weiteres Problem sei, dass die Technologie gänzlich von der Privatwirtschaft entwickelt wurde – anders als bei Atomwaffen oder Raketen, deren Forschung der Staat finanziert habe. Echtes Fachwissen in Regierungen sei zu dem Thema deshalb kaum vorhanden.

Branche fordert globales Sicherheitsnetz
Vermehrt wünschen sich sogar Vertreter der KI-Branche eine internationale Behörde nach dem Vorbild der Atomüberwacher der IAEA. Anthropic-Chef Dario Amodei beschreibt in einem Essay KI als Technologie mit einer geopolitischen Bedeutung, die mit jener von Atomwaffen vergleichbar sei. Zugleich verweist er auf die Erfahrungen des nuklearen Wettrüstens und betont die Notwendigkeit internationaler Regeln für den Umgang mit besonders leistungsfähigen KI-Systemen. 

In einer Kriegssimulation des King‘s Colleges in London greifen KI-Modelle in 95 Prozent der simulierten Konflikte zu taktischen Atomwaffen. Diese Ergebnisse werfen weitere Fragen über die militärische Nutzung Künstlicher Intelligenz auf. Die Warnungen vor existenziellen Risiken seien laut Microsoft-Gründer Gates „überhaupt kein Schwindel“.

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