Über 1000 Fahrzeuge

Lkw-Maut: Die Wirtschaft zählt jetzt selbst nach

Burgenland
03.09.2026 15:40

Die Wirtschaftskammer läuft gegen die geplante Lkw-Maut Sturm und nimmt am Donnerstag die Verkehrsströme in Oberwart und beim Grenzübergang Schachendorf selbst unter die Lupe. Die Zahlen sollen belegen, dass viele Lkws im Auftrag der lokalen Wirtschaft unterwegs sind.

Den Transitverkehr zur Kasse bitten: Mit diesem Argument begründet das Land die ab 2027 geplante Lkw-Maut. Die Wirtschaftskammer läuft dagegen seit Wochen Sturm. Ein Großteil der Lkws auf den betroffenen Straßen (B16 zwischen Klingenbach und der A3, B61 zwischen Oberpullendorf und Rattersdorf sowie der B50 und B63 zwischen Schachendorf und der A2) sei im Auftrag heimischer Betriebe unterwegs, lautet die Kritik.

Weil entsprechende Verkehrszahlen vom Land trotz Anfrage ausgeblieben seien, zählten Funktionäre am Donnerstag am Oberwarter Turbokreisverkehr und beim Grenzübergang Schachendorf selbst nach. Unterschieden wurde dabei unter anderem zwischen österreichischen, ungarischen und anderen ausländischen Lkw.

Bis zum Abend rechnet man mit 1200 Schwerfahrzeugen
Eine erste Zwischenbilanz beim Lokalaugenschein in Oberwart: Bis 8 Uhr wurden rund 400 Lkw gezählt, mehr als 80 Prozent davon mit österreichischem Kennzeichen. Bis zum Abend rechnete man dort mit rund 1200 Schwerfahrzeugen.

Was die Pläne für heimische Transporteure bedeuten könnten, rechnet Ludwig Pall vor. Der Unternehmer hat Standorte in Oberwart und Großpetersdorf. Für seinen Fuhrpark müsste er nach eigener Berechnung bereits im Jänner rund 47.000 Euro für Jahresvignetten bezahlen. Die Mehrkosten müsse er über das Jahr wieder hereinbringen.

Am Dienstag sitzen Land und Wirtschaftskammer zu Gesprächen über die umstrittenen Pläne zusammen.

Große Hoffnung setzt Spartenobmann Hans Dieter Buchinger nicht in den Termin. Dass das Land bei der Maut noch einmal zurückrudert, hält er angesichts der bereits weit gediehenen Pläne für wenig wahrscheinlich. Sollte das Land an der Maut festhalten, werde der Widerstand laut Wirtschaft weitergehen.

Ostregion warnt vor neuer Kostenlawine durch Burgenlands Maut
Unterstützung kommt mittlerweile aus der gesamten Ostregion. Die Transporteure-Vertreter aus Wien und Niederösterreich lehnen die Maut ebenfalls ab. Ihre Befürchtung: Zusätzliche Kosten würden entlang der Lieferkette weitergegeben und am Ende auch die Konsumenten treffen.

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