In wenigen Tagen wählt das deutsche Bundesland Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Um seiner Partei einen letzten Push zu verleihen, reiste Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag sogar extra an und mischte sich unters Wahlvolk. Doch die Hoffnung nach einer schwarzen Aufholjagd schlägt sich in einer aktuellen Umfrage (noch) nicht nieder – im Gegenteil ...
Merz besuchte Sachsen-Anhalt am Montag zum ersten Mal im aktuellen Wahlkampf. Der 70-Jährige, der während der Visite von den anwesenden Passanten teilweise ausgepfiffen und beschimpft wurde, sprach sich zusammen mit Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) nachdrücklich gegen einen Wahlerfolg der AfD aus: „Sachsen-Anhalt darf kein Experimentierfeld für Wutbürger werden!“ Andernfalls drohe ein wirtschaftlicher Niedergang.
Die erste Umfrage nach dem Merz-Besuch stellt jedoch einen erheblichen Rückschlag für die CDU dar.
CDU und AfD: Schon 21 (!) Prozentpunkte Unterschied
Laut einer INSA-Umfrage im Auftrag von „Nius“ bleibt sie bei 22 Prozent, während die AfD im Vergleich zur vorherigen INSA-Befragung um einen Punkt auf 43 Prozent steigt. Damit ist der Abstand zwischen beiden Parteien bei einem Umfrageinstitut größer als je zuvor.
AfD-Kandidat beliebter als CDU-Ministerpräsident
Für die CDU ist das enttäuschend: Bei der Frage, wer als Ministerpräsident gewünscht ist, führt nun ebenfalls zum ersten Mal der AfD‑Kandidat Ulrich Siegmund. 39 Prozent würden ihn wählen, nur 28 Prozent würden sich für Schulze entscheiden. In früheren Umfragen hatte meist noch der Amtsinhaber die Nase vorn – im „Politbarometer“ des ZDF zuletzt mit 48 zu 32 Prozent sogar recht deutlich.
Kleinparteien als Zünglein an der Waage
Dies verspricht Hochspannung am Wahlsonntag - denn trotz des Rekordwertes würde es für Siegmund noch nicht ausreichen, um die angestrebte absolute Mehrheit (in Mandaten) zu erreichen. Entscheidend dafür wird auch sein, wie viele Kleinparteien den Einzug in den Landtag schaffen. Zum Beispiel liegen die Grünen aktuell bei 5 Prozent und würden es damit gerade so in den Landtag schaffen.
CDU muss mit der Linken kooperieren, um AfD zu verhindern
Eine potenzielle Anti-AfD-Koalition aus Linken (12 Prozent), SPD (7 Prozent) und CDU würde mit insgesamt 46 Prozent mehr Sitze im Parlament haben als Siegmund. Die CDU müsste dafür, ähnlich wie in Thüringen, irgendeine Form der Zusammenarbeit mit der Linken eingehen - eine Koalition schließt sie aufgrund eines Parteitagsbeschlusses jedoch eigentlich aus. Ein weiterer Spannungsfaktor ist der Blick auf die anderen kleinen Parteien: Das BSW (4 Prozent) und die FDP (3 Prozent) wären derzeit nicht im Landtag vertreten.
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