Die Unternehmen sollen Mehrkosten durch burgenländische Maut künftig „transparent ausweisen“, fordert der steirische Wirtschatskammer-Präsident Josef Herk. Der sogenannte Dosko-Aufschlag könnte auf Rechnungen stehen, wenn die Gebühr wirklich kommt.
Nichts Geringeres als einen „Tabubruch“: Das sieht die Wirtschaftskammer in den Maut-Plänen des burgenländischen Landeschefs Hans Peter Doskozil (SPÖ). Der Präsident der steirischen Kammer, Josef Herk, ruft deswegen nun hiesige Betriebe dazu auf, die Kosten für die Maut auf Rechnungen dezidiert auszuweisen, sollte sie wirklich ab 2027 kommen.
„Die konkret anfallenden Mehrkosten bei Lieferungen und Warentransporten ins Burgenland sollen als ,Dosko-Aufschlag’ transparent ausgewiesen werden“, sagt Herk. „Die Menschen müssen sehen, was und wer die Inflation antreibt. Es ist nicht einzusehen, dass Betriebe diese Zusatzbelastung schlucken oder auf alle Kundinnen und Kunden in Österreich verteilen.“ Wer neue Abgaben schaffe, müsse „Verantwortung für Preissteigerungen übernehmen.“
Es ist nicht einzusehen, dass Betriebe diese Zusatzbelastung schlucken oder auf alle Kundinnen und Kunden in Österreich verteilen.
Josef Herk
Keine Pauschale, sondern echte Kosten
Der „Aufschlag“ soll nur tatsächliche Mehrkosten abbilden und keine pauschale oder einheitliche Summe sein. Es gehe um eine „nachvollziehbare Kostenweitergabe gemäß dem Verursacherprinzip“. Johannes Matzhold, Spediteur in Unterfladnitz und Fachgruppenobmann, steht der Maut ebenso kritisch gegenüber. „Auf lange Sicht bekommen wir damit ein Standortproblem.“
Unternehmen könnten ins Ausland abwandern
Auch Herk unterstreicht die möglichen Auswirkungen: „Eine Landesstraßenmaut schwächt die Binnenkonjunktur, belastet strukturschwache Regionen und verschlechtert die Wettbewerbsposition heimischer Betriebe gegenüber ausländischen Anbietern.“ Ein „Fleckerlteppich“ aus Mautsystemen sei wirtschaftspolitisch der falsche Weg.
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