Ab 2027 soll im Burgenland der Schwerverkehr eine Benützungsgebühr für drei Landesstraßen zahlen. Die Kritik von den Frächtern reißt nicht ab. Höhere Transportpreise würden letztlich die Produkte für die Konsumenten verteuern, laut einer der Hauptvorwürfe.
Die in der Vorwoche vom Land präsentierten Mautpläne, die „Krone“ berichtete, sorgen für großen Unmut und Unruhe in der heimischen Transportwirtschaft. Kritik kommt von innerhalb und außerhalb des Landes.
Für Roman Eder, Obmann der Fachgruppe Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Burgenland „wäre die Maut eine Katastrophe für die Menschen in unserem Land und für den Wirtschaftsstandort“. Der Großteil der Güter des täglichen Bedarfs werde im regionalen Zustellverkehr auf Landesstraßen transportiert, da es hier keine Alternative zum Lkw gebe. Im Transportgewerbe wären 450 Betrieben mit 2700 Beschäftigte davon betroffen. Durch die Landesmaut komme es künftig zu höheren Transportpreisen, die auf die Waren aufgeschlagen werden müssten. „Zu spüren bekommt das vor allem der Konsument mit höheren Preisen“, erläutert Eder.
Erschüttert vom Vorgehen des Landes zeigt sich auch Bernhard Dillhof, Geschäftsführer der Fachgruppe: „Die betroffenen Wirtschaftskreise wurden in keinster Weise eingebunden.“ Erst einen Tag vor Begutachtungsbeginn wäre die fertige Gesetzesvorlage präsentiert worden. Dillhof verweist zudem auf eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien, wonach ländliche Regionen durch eine Maut auf Landesstraßen massiv geschwächt würden. Die Wirtschaftskammer Burgenland appelliert erneut an die Verantwortlichen, die Pläne nochmals zu überdenken.
Kritik auch aus Niederösterreich
Unterstützung gibt es von den Kollegen aus Niederösterreich: Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker sieht höhere Kosten für regionale Betriebe und die Nahversorgung. Die geplante Abgabe treffe auch niederösterreichische Betriebe, „die täglich die Versorgung sichern, Arbeitsplätze schaffen und Wertschöpfung in den Regionen halten“, betonte er.
„Maut-Fleckerlteppich“ befürchtet
Der Zentralverband Spedition & Logistik (ZV) warnte am Montag vor einem „Maut-Fleckerlteppich“ und den Folgen für den Wirtschaftsstandort. Transport- und Logistikunternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusätzlich zu belasten, sei „ein Affront und standortpolitisch das völlig falsche Signal“, erläuterte ZV-Präsident Alexander Friesz. Versorgung und Produktion würde verteuert.
Landes-SPÖ verteidigt Mautpläne
„Es ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Kostenwahrheit, dass jener Schwerverkehr, der Straßen und Brücken überproportional beansprucht, auch einen fairen Beitrag zu deren Erhaltung leistet“, kontert SPÖ-Klubchef Roland Fürst. Die Warnungen vor steigenden Endverbraucherpreisen würde jeder rechnerischen Grundlage entbehren.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.