„Oberste Priorität“

Wachsende Risken: Bill Gates für globale KI-Regeln

Digital
26.08.2026 14:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Microsoft-Mitgründer Bill Gates will sich noch heuer mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping treffen, um über globale Maßnahmen gegen die wachsenden Risiken der Künstlichen Intelligenz zu sprechen. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview sagte Gates, China könnte einer Beschränkung potenziell gefährlicher KI-Modelle zustimmen, wenn die USA hierbei den ersten Schritt machten.

„Die ganze Welt würde da mitziehen“, sagte Gates der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Sprecher erklärte, das Treffen mit Xi werde für November angepeilt. Das chinesische Außenministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Präsident Xi „könnte überrascht sein, wie vehement ich bin“, sagte Gates.

Während sich der Milliardär im Jänner noch optimistischer zum Thema Künstliche Intelligenz geäußert hatte, zeigt er sich nun besorgt, dass KI Angriffe ausführen, Arbeitsplätze vernichten und Nutzer süchtig machen könnte. Eine besondere Gefahr sieht er in einer möglichen Fähigkeit von KI, Moleküle zu erschaffen und biologische Angriffe auszuführen. Staaten sollten das überwachen.

„Oberste Priorität“
Kürzlich hatten KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Meta bei Cybersicherheits-Tests reale Websites gehackt. „Diese Sicherheitsvorfälle sind schockierend, und sie sollten die Leute aufrütteln“, sagte Gates. Er betonte, wie einzigartig die aktuelle Entwicklung mit KI sei: „In der Vergangenheit hat Technologie so etwas nie getan. Dieses Mal ist es anders. Dies ist wie ein evolutionärer Meilenstein.“ Die Gesellschaft müsse einen Weg finden, das zu regulieren.

In einem Blogbeitrag vom Mittwoch forderte er eine neue internationale Organisation zur Verwaltung von KI, ähnlich den Abkommen zu Atomkontrollen oder zum Schutz der Ozonschicht.

Gates gehört zu den größten privaten Förderern weltweit in den Bereichen Gesundheit, Entwicklungshilfe und Bildung. Seine Stiftung plant, bis 2045 rund 200 Milliarden Dollar (rund 172 Milliarden Euro) mit dem Fokus auf KI auszugeben. Die „oberste Priorität der Welt“ sei es, eine KI-Zukunft zu schaffen, die Ungleichheit nicht verschärfe. Um soziale Verwerfungen abzufedern, schlug Gates vor, Einnahmen aus KI-generierter Arbeit zu besteuern und bis zu 40 Prozent der Arbeitsplätze für Menschen zu reservieren.

Neben seiner Reise nach China plant Gates in diesem Herbst auch ein Treffen mit dem britischen Premierminister Andy Burnham. Bei all dem technologischen Wandel betonte der Philanthrop jedoch auch die Grenzen der Technologie. Mit Blick auf die Pflege, die sein Vater während seiner Alzheimer-Erkrankung erhielt, schrieb Gates in seinem Blog, diese sei „unersetzlich menschlich“ gewesen.

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