Eine afrikanischstämmige Familie hatte die Drogenszene in der oberösterreichischen Landeshauptstadt jahrelang dank ungewöhnlicher Druckmittel fest im Griff. Den Subdealern und deren Angehörigen sollen für den Fall eines Ungehorsams Hexereien und böse Flüche angedroht worden sein.
Schon seit Monaten sitzen Mama (61), Papa (67) und Sohn (35) in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Die afrikanischstämmige Familie soll jahrelang die Suchtgiftszene im Linzer Süden dominiert und beliefert haben.
In Afrika angeheuerte Subdealer („Läufer“) sollen mit Androhung von Voodoo-Zauber gefügig gemacht worden sein. Morgen, Donnerstag, müssen sich alle drei vor einem Schöffengericht dafür verantworten, Mutter und Sohn auch noch wegen Hehlerei und Geldwäsche. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft.
Als Hauptumschlagplatz galt ein Afro-Shop neben dem Kremplhochhaus. Dort wurden die Drogen unter anderem in Flaschen, in der Tiefkühltruhe, hinter Heizkörpern oder in Sofaritzen gelagert.
Die Mama soll aber auch ihren Büstenhalter als Kokain-Versteck eingesetzt haben. Zusätzlich wurden Diebsgut angekauft (Hehlerei) und Suchtgifterlöse nach Afrika transferiert (Geldwäsche). Alle drei Angeklagten waren juristisch bisher unbescholten, der Prozess ist für den ganzen Tag anberaumt.
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