Gerüchte nehmen zu

Neue Spekulationen: Ist Oberster Führer schon tot?

Außenpolitik
26.08.2026 13:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs und dem Tod seines Vaters ist Mojtaba Khamenei Oberster Führer der Islamischen Republik – und genauso lange war er nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen. Ein Historiker aus dem Iran heizt nun die Gerüchte an, dass der neue Ayatollah bereits längst tot sein könnte. 

Erst kürzlich war im iranischen Staatsfernsehen zu sehen, das Mojtaba bei einem Meeting mit Beratern zeigen soll. Doch die Aufnahme – die Erste überhaupt seit Kriegsbeginn – ist alt und stammt noch aus der Zeit vor dem Krieg. Seit seiner Ernennung gibt es weder ein aktuelles Foto noch eine Tonbandaufnahme des 56-Jährigen. 

Ein renommierter Historiker will dafür den Grund kennen: Denn der Oberste Führer soll nicht mehr leben. Arash Azizi hat ein aufsehenerregendes Essay mit dieser These im Magazin „The Atlantic“ veröffentlicht. Der Experte, der auch für die „New York Times“ und die „Washington Post“ schreibt, beruft sich darin auf mehrere Quellen im Iran, die er teilweise auch namentlich zitiert. 

Azizis Essay heizt die Gerüchteküche um den Zustand des Ayatollahs an: 

Darunter befinden sich auch Regierungsmitarbeiter, die vermuten, dass der Ayatollah tot oder zumindest hirntot sei. Interessant daran: Diese sollen sich Anfang des Monats dazu geäußert haben. Wenig später veröffentlichte das Büro des Ayatollas Dekrete, mit denen die Hardliner Mohsen Rezaei und Ahmad Vahidi in Schlüsselpositionen befördert wurden. 

Weniger als fünf Menschen sollen Mojtaba getroffen haben
Auch Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte, dass er den Revolutionsführer seit Amtsantritt noch nicht getroffen habe. Nicht einmal Mojtabas engste Freunde und Verwandte haben ihn gesehen, so Azizi. Weniger als fünf Personen hätten Mojtaba seit seiner Ernennung zum Staatsoberhaupt getroffen, erklärte dem Historiker ein Verwandter Mojtabas – Mohammad Hossein Khoshvaght führte dafür „Sicherheitsgrüne“ an. 

Khoshvaght versicherte dem Autor, dass der Oberste Führer am Leben sei – die Gerüchte über seinen Tod seien „Teil einer psychologischen Kriegsführung, die darauf abzielt, die iranischen Offiziellen und die Bevölkerung zu demoralisieren und sie dazu zu bringen, dem Druck und den Drohungen Amerikas nachzugeben“, erklärte der Verwandte und ehemalige Berater. 

Bevölkerung soll für Obersten Führer beten
Zwei Quellen aus der iranischen Regierung erklärten der Plattform „IranWire“ jedoch vor Kurzem, dass man auch in diesen Kreisen munkle, dass sich Mojtaba in einem miserablen Zustand befinde und er jeden Augenblick sterben könne. Vor wenigen Wochen wurde ein öffentlicher Aufruf in einem nationalen Messengerdienst gestartet: Die Bevölkerung solle für die Gesundheit des Obersten Führers beten und Schafe opfern. 

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