„Andere Druckmittel“

USA planen vorerst keine neuen Iran-Angriffe

Außenpolitik
26.08.2026 13:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Außenminister Marco Rubio hat in den vergangenen Tagen mehreren Kolleginnen und Kollegen mitgeteilt, dass vorerst keine neuen Angriffe auf den Iran gestartet würden. Stattdessen wolle man sich auf andere Druckmittel konzentrieren, ergänzte ein weiterer US-Regierungsvertreter.

Wie berichtet, hatte US-Finanzminister Scott Bessent am Montag neue Maßnahmen verkündet, die den Iran von der Weltwirtschaft isolieren sollen. Konkrete Details, einen Zeitrahmen und internationale Partner, die bei den Bemühungen helfen sollen, nannte er aber nicht. US-Präsident Donald Trump hat später mit der Zerstörung jeglicher Schiffe und Boote gedroht, die in der Straße von Hormuz Seeminen legen. Diesbezüglich habe man keine Toleranz. Bereits Mitte April hatte Trump ähnliche Drohungen ausgesprochen.

Mitte August sagte der Politiker dann, dass in der Meerenge sämtliche Sprengkörper entfernt oder gesprengt worden seien. Damals knüpfte er seine Aussagen daran, dass die Straße von Hormuz angeblich vollständig geöffnet sei. Doch der Schiffsverkehr liegt weiter deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Nun sagte Trump noch, dass die US-Raumfahrtabteilung die Straße von Hormuz, die mutmaßliche Atomeinrichtung „Pickaxe Mountain“ und drei weitere Nuklearanlagen genauestens im Blick habe.

Iran: „Propaganda-Täuschung“
Irans Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi drohte am Mittwoch, sein Land werde US-Minenräumboote ins Visier nehmen, die in das Gebiet gelangten. Die Aussagen zu entfernten Minen seien ohnehin eine „Propaganda-Täuschung“ der USA. Am Dienstag durchquerten laut dem Analysehaus Kpler lediglich fünf Frachter die Meerenge.

Iranische Vertreter verhandeln derzeit mit dem Oman über neue Regelungen für die Straße von Hormuz. Er sei hoffnungsvoll, schon bald einen zwischenzeitlichen Schifffahrtskorridor für die Meerenge bekannt geben zu können, schrieb der omanische Außenminister Badr al-Busaidi auf der Plattform X nach Gesprächen am Dienstag. Die Gespräche laufen bereits seit mehreren Wochen. Im August hatte die iranische Führung schon erklärt, sich mit dem Oman auf eine neue Route für die Durchfahrt geeinigt zu haben. Das wurde offiziell aber nie bestätigt. Selbst wenn eine Einigung erzielt würde, würde dies die Wasserstraße nicht öffnen, heißt es aus dem Iran zudem. Dafür müssten die Vereinigten Staaten die weitgehenden Forderungen erfüllen, einschließlich der Aufhebung der Blockade iranischer Häfen.

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