Ohne Zustimmung Japans

Russland testete Raketen vor Kurilen-Inseln

Außenpolitik
21.08.2026 15:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russland hat laut eigenen Angaben einen Raketentest vor den Kurilen-Inseln im Pazifik durchgeführt. Ziele, die feindliche Schiffe simulierten, seien in einer Entfernung von mehr als 300 Kilometern angegriffen worden, teilte die russische Pazifikflotte mit. Aus Japan, das mehrere Inseln des Archipels für sich beansprucht, kam Kritik.

„In Antwort auf die Benachrichtigung über den Plan, einen Raketentest durchzuführen, haben wir Protest eingelegt“, sagte ein Sprecher der japanischen Regierung. Das Kurilen-Archipel erstreckt sich zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido im Pazifik. Das sowjetische Militär hatte die Kurilen 1945 vollständig erobert, seitdem ist das russische Heer dort präsent. In Japan wird die Inselgruppe Nördliche Territorien genannt.

Trotz der Kritik wurde der Raketentest laut russischen Angaben am Donnerstag vor den südlichen Kurileninseln durchgeführt. „Die Besatzung des Kreuzers ‘Warjag‘ schoss zwei Vulkan-Schiffsabwehrraketen ab, während das nukleargetriebene U-Boot ‘Omsk‘ Granit-Marschflugkörper abfeuerte. Zugleich schlug auf den Kurilen eine Einheit des Bastion-Küstenverteidigungssystems mit einer Oniks-Rakete zu“, teilte die russische Pazifikflotte mit.

Besuch von Putin sorgte für Kritik
Wie berichtet, hatte Russlands Machthaber Wladimir Putin vergangene Woche unter anderem die Insel Iturup erstmals besucht. Das rief in Japan heftige Kritik hervor. Die Regierung in Tokio bestellte den russischen Botschafter ein, woraufhin Moskau seinerseits den japanischen Botschafter einbestellte. Die Beziehungen zwischen Russland und Japan haben sich seit Beginn des Kriegs in der Ukraine im Februar 2022 weiter verschlechtert. Japan hat Russland mit Sanktionen belegt und unterstützt die Ukraine.

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